Alfred Komarek Polt
Haymon 2009 167 Seiten ISBN: 3852186048 € 17,90
Von Alfred Ohswald am 16.11.2009 Ursprünglich auf vier Romane angelegt – für jede Jahreszeit einen – hat sich Alfred Komarek zu einer Zugabe, einem fünften Teil, überreden lassen. Und dann erscheint er noch etwa gleichzeitig mit der noch unerwarteteren neuen Brenner-Krimi von Wolf Haas. Wunderbare Zeiten für österreichische Krimifans also, wenn die beiden Superstars des Genres neuen Lesestoff liefern. Der geruhsame Ex-Gendarm Simon Polt hat es mittlerweile zum Teilzeit-Wirt und zur Aushilfskraft in der örtlichen Greißlerei – zugleich Brennpunkt aller Neuigkeiten – gebracht. Eine erfreuliche und eine unerfreuliche Überraschung widerfahren ihm gleich am Anfang des Romans. Die gute Nachricht ist, dass er Vater wird und die unangenehme Überraschung passiert ihm bei einem Besuch seines Freundes und Ex-Kameraden Norbert Sailer. Gemeinsam entdecken er und Sailer in dessen kleinen Weinberg eine Leiche. Der zuständige Kriminalbeamte zeigt nicht unbedingt große Sympathie für den Kollegen und Ex-Kollegen. Polt schwankt heftig zwischen Nichteinmischung, seiner Neugier und der Notwendigkeit der raschen Aufklärung, um wieder Ruhe im Dorf einziehen zu lassen. Es zeigt sich, dass das Opfer auch kein völlig unbeschriebenes Blatt ist und sich nicht zum ersten Mal im Dorf aufhält. Besonders bei manchen Frauen hat er einen starken Eindruck hinterlassen. Dieser Abschlussband ist wirklich etwas wie eine Zugabe zu sehen, ist er doch im Vergleich zu den vier Vorgängern doch etwas kürzer geraten. Die Krimigeschichte selbst ist auch eher geradlinig und ohne viele Abschweifungen. Fast fühlt man sich ein Wenig an die Maigret-Krimis erinnert. Als ersten Polt-Krimi kann man ihn nicht empfehlen, ist ist schon anzuraten, den einen oder anderen – wenn nicht alle- Vorgänger zu lesen, bevor man sich „Polt“ vornimmt. Trotzdem wäre dem Roman Platz 1 der meisten österreichischen Bestsellerlisten ziemlich sicher, wäre da nicht der übergroße Konkurrent aus der Feder von Wolf Haas.
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