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Gerhard Loibelsberger
Die Naschmarkt-Morde

Gmeiner
2009
274 Seiten
ISBN-13: 978-3839210062
€ 12,90


Von Alfred Ohswald am 02.09.2009

  Der stattliche und wohlbeleibte Inspektor Joseph Maria Nechyba sorgt für Ordnung in seinem Revier, während er seinem ungeliebten Untertanen Pospischil die Schreibarbeit erledigen lässt. Kleine Diebereien und Betrügereinen und ab und zu vielleicht eine etwas handfestere Auseinandersetzung sind sein tägliches Brot. Auch der Horoskopverkäufer Stanislaus Gotthelf, genannt Stani schlägt sich am Naschmarkt mit seinem abgerichteten Papagei durchs Leben, dabei unentwegt hinter den Frauenröcken her.
  Ein Mord an einer jungen, recht lebenslustigen Adligen ändert die Situation völlig. Erst recht, als auch noch ein Dienstmädchen umgebracht wird. Jetzt bringt sein Erfolg bei den Frauen Stani in Teufels Küche und ins Visier Nechybas.
 
  Autor Loibelsberger siedelt seinen Krimi in der Blütezeit Wiens vor dem 1. Weltkrieg an, als es noch Hauptstadt des habsburgischen Vielvölkerstaats war. Seine recht originelle Hauptfigur Nechyba bleibt zwar die meiste Zeit seltsam auf Distanz zum Leser, was der geradezu archetypische aber weitgehend wettmacht. Besonderes Augenmerk erfährt hier die altwiener Küche, deren Geheimnise immer eingeflochten werden, wenn dies irgenwie möglich ist.
  Der Krimi selbst ist recht konventionell und auch der Täter lässt sich relativ bald mangels Alternativen erraten. Der Topos des Romans ist vielmehr das Leben im alten Wien, der Krimi ist dabei bestenfalls Krücke. Natürlich kommen auch reichlich Dialektausdrücke vor, die zum Teil selbst viele Österreicher nicht verstehen werden. Aber sie sind überall mit Fußnoten und auch in einem extra Anhang erklärt. Ein gelungenes Debüt.

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