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Arik Brauer
Die Farben meines Lebens

Amalthea
2006
296 Seiten
ISBN: 3850025624
€ 22,90


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Von Alfred Ohswald am 30.01.2009

  Für Österreicher, deren Alter etwa zwischen 50 und 60 Jahren liegt, ist Arik Brauer wohl der bekannteste, lebende Maler. Zusammen mit einigen Malern gehörte er zur Wiener Schule des Phantastischen Realismus, wurde aber besonders durch seine kurze aber überaus erfolgreiche Karriere als Liedermacher auch über sonst an Kunst interessierte Kreise hinaus bekannt.
  Sein 1971 erschienenes Album enthielt gleich eine ganze Reihe an Ohrwürmern, wie „Die Jause“, „Sie hab’n a Haus ‚baut“, „Sein Köpferl im Sand“, „Der Surmi Sui“, „Der Spiritus“ oder „Rostiger die Feuerwehr kommt“, die noch heute ordentliches Hitpotential hätten. Als bereits vierzigjähriger mit Familie entschied er sich aber dann bewusst gegen das hektische Leben als Popstar und brach seine musikalische Karriere sehr abrupt ab. So kommt es, dass viele Menschen, die nicht der oben erwähnten Altersgruppe angehören, seine Lieder kaum mehr kennen. Ihnen kann man nur raten, das schleunigst nachzuholen, falls sie nicht generell wenig mit Liedermachern wie Ambros, Danzer, Fehnrich, Hirsch & Co. (seinen „Lehrbubn“)
 anfangen können.
  Sein ursprüngliches Metier war und blieb bis Heute die Malerei und in Zusammenhang mit ihr die Plastik, Gestaltung von Häusern und andere kreative Tätigkeiten. Ein Talent zum Zeichnen und Malen zeigte er bereits in der Kindheit, konnte aber wegen der Nazis erst nach dem Krieg mit dem Studium beginnen. Seine Entscheidung, mit dem Phantastischen Realismus der figurativen Malerei treu zu bleiben, brachte ihm zwar Erfolg beim breiten Publikum, nicht aber in der auf die abstrakte Malerei und später Aktionismus und ähnliche Kunstformen bevorzugende Kunstkritik.
  Auch in seiner Autobiographie „Die Farben meines Lebens“ tritt seine überbordende Phantasie an allen Ecken über die Ufer. Immer wieder werden Anekdoten in stark verfremdeter Form, gerne auch aus der Sicht eines Tieres, erzählt. Und auch der intelligente, selbstironische jüdische Humor macht sich kräftig bemerkbar. Eine ausgesprochen literarische, poetisch erzählte Lebensgeschichte, der selbst die finsterste Bedrohung und die grausigsten Schrecken die Freude am Leben und der Welt nicht austreiben können.
  Das Buch erinnert an die besten Lieder Brauers, einfach und für selbst den größten Einfaltspinsel verständlich und doch voller Hintersinn und Klugheit. Und fast immer mit einem selbstironischen Augenzwinkern…

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