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Cormac McCarthy
Die Straße
(The Road)

Rowohlt
2007
Übersetzt von Nikolaus Stingl
252 Seiten
ISBN: 3498045075
€ 19,90


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Von Volker Frick am 12.02.2008

  Vater und Sohn. Eine der ältesten Geschichten der Welt, so wie wir sie kennen. Vater und Sohn nach der Apokalypse. Das wüste Land, das Spiel ist aus. Ein im besten Sinne farbloses Buch, ohne jedoch der Schwarzweißmalerei anheim zu fallen. Vater und Sohn, Überlebende vielleicht, wenn auch nicht die einzigen, einer globalen Katastrophe. „Er wusste nur, dass das Kind seine Rechtfertigung war.“ Die Rechtfertigung am Leben zu bleiben unter diesen unerträglichen Bedingungen. Tag für Tag die Suche nach Nahrung und Wasser. Immer auf der Straße, aschebedeckt.
 
  Vater und Sohn. „Er sagte: Wenn er nicht das Wort Gottes ist, hat Gott nie gesprochen.“ Die Straße, ehedem Teil eines Netzes zwischen urbanen Ansiedlungen, nun lediglich verzweifelte Koordinate um zur Küste, ans Meer zu gelangen. Eine lange alptraumhafte Wanderung. Vater und Sohn. Und sie? „(...) sie starb irgendwo allein im Dunkeln, und es gab (...) [k]eine andere Geschichte zu erzählen.“ Ein Buch des Todes, gerade dadurch ein stilles und unpathetisches Plädoyer für das Leben.
 
  Vater und Sohn. „Frage: Worin unterscheidet sich, was niemals sein wird, von dem, was niemals war?“ Schwarzer Schnee. Hier und jetzt. Am Ende der Straße wieder eine Frau. „Der Atem Gottes, sagte sie, sei sein Atem und werde durch alle Zeiten von Mensch zu Mensch weitergegeben.“ Ein endzeitliches Szenarium in einer nicht näher bezeichneten Zukunft. Die Reduktion war schon immer eine der Stärken von McCarthy, gewinnt hier allerdings durch eine meisterhafte sprachliche Suggestion existentieller Natur an Kraft. Leider ist das Ende des Buches irritierend schwach, was einen nicht zu Unrecht an ein Jugendbuch denken lässt. Alles in allem aber große Literatur, und mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.

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