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Norman Spinrad
Der stählerne Traum
(The iron Dream, 1972)

Heyne
1985
Übersetzt von Walter Brumm
303 Seiten


Von Alfred Ohswald am 09.06.2006

  Der Roman hat einen fiktiven historischen Hintergrund als Rahmen. Adolf Hitler wanderte nach dem 1. Weltkrieg on die USA aus und machte dort eine bescheidene Karriere als Science Fiction- und Fantasy-Autor. Vor allem sein postum erschienener Roman „Herr des Hackenkreuzes“ brachte im nachträglich beträchtlichen Ruhm in der einschlägigen Szene ein. Dieser Roman bildet den überwiegenden Hauptteil des Buches von Norman Spinrad und wird nur mehr von einem ebenso fiktiven literaturwissenschaftlichen Nachwort ergänzt.
  In „Herr des Hackenkreuzes“ schwingt sich der Held in einer Welt nach dem globalen Atomkrieg zum Führer der genetisch reinen Menschen im Kampf gegen die degenerierten Mutanten auf.
  Stilistisch versucht Spinrad die simple Sprache dieser frühen Schwert & Magie-Fantasy und Science-Fiction aus den Pulp-Magazinen zu imitieren. Was das „Lesevergnügen“ nicht unbedingt steigert. Zeigen will er damit die starken faschistischen Zügen dieser literarischen Gattung in diesen Zeiten, die oft heute noch als große Klassiker gefeuert werden. Diese Absicht ist ihm auch vollkommen gelungen, nur hätte eine Kurzgeschichte oder Erzählung besser zum Thema gepasst.
  Kurioser weise war der Roman einige Zeit in Deutschland auf dem Index und durfte nicht öffentlich beworben und verkauft werden. Ein eigenartiges Vorgehen bei einem derart dezidiert antifaschistischen Buch. Oder halten die deutschen Politiker ihre Wähler für zu dumm, um das zu verstehen? Das wieder wäre ein eindeutiges Zeichen, dass der umgekehrte Fall eingetreten ist.
  Norman Spinrads aufsehenerregenster, umstrittenster aber sicher nicht annähernd bester Roman.

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