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Ralf Isau
Das gespiegelte Herz
Die Chroniken von Mirad 1

Thienemann
2005
639 Seiten
€ 18,- [D] 18,50 [A]


Von Alfred Ohswald am 17.10.2005

  König Thorlunds Sohn mit seiner aus dem alten Volk stammenden Frau ist ein recht ungewöhnliches Kind. Er ist ein Zwilling, dessen beide Persönlichkeiten Ergil und Twikus sich abwechselnd einen Körper teilen und beherbergt die außergewöhnliche Fähigkeiten des Volks seiner Mutter. Als König Thorlunds Bruder Wikander seine Burg überfällt, ihn und seine Frau tötet und die Macht übernimmt, kann Thorlunds treuer Waffenmeister Falgon die Zwillinge lebend retten. Er zieht sich mit ihnen in einen tiefen Wald zurück und widmet sich ihrer Erziehung.
  Doch die Häscher Wikanders suchen unablässig nach den Zwillingen und eines Tages finden sie Ergil, Twikus und Falgon schließlich auch. Nach einem knappen Entkommen erzählt Falgon Ergil und Twikus von ihrer wahren Identität und ihrer Aufgabe, den ihnen rechtmäßig zustehenden Thron von ihrem despotischen Onkel zurückzuerlangen. Wikander hat sich nämlich zur Erhaltung seines Throns mit sehr mächtigen dunklen Kräften verbündet.
  Treue und ungewöhnliche Freunde treffen Ergil und Twikus auf ihrer Reise und auch furchterregende Gefahren und Wesen. Es ist ein weiter Weg, bis er das Wissen erlangt, wie er sich dem dunklen König erfolgreich stellen kann.
 
  Nach seiner erfolgreichen Neschan-Trilogie folgt mit „Die Chroniken von Mirad“ jetzt der erste Band einer neuen Trilogie. Es handelt sich auch hier wieder um Fantasy für ein eher jugendliches Lesepublikum. Die Handlung ist nicht übermäßig komplex, die Lösung diverser Probleme des Helden geht recht einfach – oft schon ein wenig zu glatt – über die Bühne, die Charaktere sind auch nicht übermäßig vielschichtig aber auch nicht allzu klischeefaft und es geht eigentlich immer alles relativ rasch gut aus für alle Sympathieträger, selbst wenn es im ersten Moment nicht gleich so aussieht. Gleicht es in dieser Hinsicht eher den Harry-Potter-Romanen, so ist der Hintergrund waschechte Fantasy wie in „Der Herr der Ringe“, dessen Tiefe und Dramatik es aber nicht annährend erreicht. Auch den naheliegenderen Vergleich mit Kai Meyers Jugend-Fantasy-Trilogien „Die Fließende Königin“ oder die „Wellenläufer“ hält Ralf Isau nicht ganz stand, kommt ihm aber immerhin schon nahe.
  Für Fantasy-Fans, die gerne nicht besonders komplizierte und leicht konsumierbare Geschichten lesen, kann man Isaus neuen Roman ohne Bedenken empfehlen. Wessen Vorlieben mehr bei George R. R. Martin, Steven Erikson oder Greg Keyes liegen, wird vermutlich eher wenig damit anfangen können.

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