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Simon Scarrow
Im Zeichen des Adlers
(Under the Eagle, 2000)

Blanvalet
2003
Übersetzt von Norbert Stöbe
413 Seiten
€ 8,90 [D] 9,20 [A]


Von Alfred Ohswald am 12.06.2005

  Der Sklave Cato wird wegen der Verdienste seines Vaters freigelassen, allerdings unter der Bedingung, dass er sich freiwillig zum Legionärsdienst verpflichtet. Kein Vergnügen für den an das Großstadtleben im kaiserlichen Palast gewohnten jungen Mann.
  Er wird der 2. Legion zugeteilt, die an der germanischen Grenze stationiert ist. Ein kaiserlicher Begleitbrief soll für seine sofortige Beförderung zum Zenturio sorgen. Doch Vespasian, der Legat der 2. Legion, befördert ihn nur zum Optimo, dem Stellvertreter eines Zenturio. Doch auch das genügt, um ihn bei den lange Jahre auf eine Beförderung wartenden Kameraden von Anfang an unbeliebt zu machen. Was sie nur mit besonderen Einsatz und Tapferkeit erreichen können, fällt ihm in den Schoß. Erst, als er seinen Mut bei einem Hinterhalt zeigt, in den sie in einem germanischen Dorf geraten, wird er zumindest halbwegs akzeptiert.
  Kaiser Claudius plant, seine bedrohte Position und seine Unbeliebtheit bei Volk und Senat durch einen erfolgreichen Eroberungsfeldzug zu bessern. Das Ziel ist Britannien, an dem einst schon Cäsar scheiterte. Auch die 2. Legion nimmt an dem Feldzug teil und Cato bekommt mit seinem Zenturio und einigen ausgesuchten Männern einen Spezialauftrag. Damit geraten sie aber mitten in die Intrigen mächtiger und ehrgeiziger Männer.
 
  Im Zentrum von Scarrows im Römischen Reich des Jahres 43 spielenden Roman steht das Leben in einer römischen Legion. Die Intrigen und persönlichen Konflikte der Figuren bilden zwar die Handlung und sorgen für Spannung, treten dagegen aber fast ein wenig in den Hintergrund. Scarrow wird aber deshalb nicht langweilig, wie man vielleicht befürchten könnte. Er versteht es ganz ausgezeichnet, dieses Soldatenleben höchst interessant zu beschreiben.
  Jeder, der sich etwas in römischer Geschichte auskennt, wird so manche Figur wieder erkennen. Treten doch gleich drei künftige Kaiser in dem Roman auf, von denen zwei eine zentrale Rolle spielen.
  Dieser erste Roman um die Eroberung Britanniens durch die Römer ist schon einmal sehr vielversprechend. Langsam entwickeln sich Romane, die im Umkreis des römischen Heeres spielen, neben den klassischen, mitten in den Intrigen Roms spielenden Romanen, zum eigenen Subgenre. Scarrow ist die Mischung aus Soldatenroman und historischem Politthriller auf jeden Fall recht gut gelungen.

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