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H. P. Lovecraft und andere
Hüter der Pforten
Geschichten aus dem Cthulhu-Mythos
(Tales of the Cthulhu-Mythos, 1990)

Lübbe
2003
860 Seiten
€ 9,- [D] 9,30 [A]


Von Alfred Ohswald am 08.06.2005

  H. P. Lovecraft hat mit seinen Horror-Geschichten dieses Genre wahrscheinlich stärker beeinflusst, als selbst E. A. Poe. Literarisch sicher nicht auf dessen Niveau, trifft er den Geschmack der Leser und der Kollegen eindeutig besser. Eine Besonderheit bei ihm, ist ein mehr oder weniger durchgehender Mythos von alten, furchtbaren Wesen, der hinter all seinen Geschichten steht. Das bekannteste dieser gottähnlichen Monstren ist Cthulhu, der Namensgeber des Mythos.
  In dieser Anthologie sind, neben Horrorstorys von Zeitgenossen, die Lovecraft beeinflussten und von ihm beeinflusst wurden, aber nichts direkt zum Ctuhlhu-Mythos schrieben, Geschichten von anderen Autoren zu diesem Legendenkreis aus Lovecrafts Phantasie. Von Lovecraft selbst sind nur die beiden Geschichten „Cthulhus Ruf“ und „Der leuchtende Trapezoeder“, ebenfalls zwei Geschichten stammen von Clark Ashton Smoth, Frank Belknap Long und August Derleth, der in gewisser Weise Lovecrafts Nachlassverwalter war. Gleich drei Geschichten hat Robert Bloch beigesteuert und auch sonst liest sich die Autorenliste mit James Turner, Robert E. Howard, Henry Kuttner, Fritz Leiber, Brian Lumley, Ramsey Campell, Colin Wilson, Joanna Russ, Karl Edward Wagner, Philip José Farmer, Stephen King und Richard A. Lupoff wie ein „Who his Who“ der phantastischen Literatur.
  Dementsprechend hoch ist auch das Niveau der Geschichten, es gibt fast keine „Durchhänger“. Allerdings wird fast jeder Horror-Leser schon manche der Geschichten in einer anderen Anthologie und einem Erzählband eines der Autoren gelesen haben. Bei insgesamt 23 Geschichten bleibt aber sicher noch genügend neuer Lesestoff übrig, um den Kauf des Buches zu rechtfertigen. Allerdings ist es von Vorteil, wenn man bereits einiges von Lovecraft gelesen hat. Ohne diese Vorkenntnisse ist es nur das halbe Vergnügen. Thematisch reicht die Spanne von den klassischen Gruselstorys bis zur Science-Fiction-Geschichte von Lupoff am Ende. Nur die Klassiker Vampire, Werwölfe usw. sucht man hier vergeblich.

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