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Lee Hochol
Menschen aus dem Norden, Menschen aus dem Süden
(Namnyok saram puknyok saram, 1996)

Pendragon
2002
Übersetzt von Ahn In-Kyoung und Heidi Kang
222 Seiten
€ 18,50 [D] 19,10 [A]


Von Alfred Ohswald am 23.04.2005

  Der koreanische Autor Lee Hochol erzählt in diesem Roman von seinen Erlebnissen als junger Soldat der Volksarmee Nordkoreas und als Kriegsgefangener der Nationalarmee Südkoreas während der Koreakrieges in den 50er-Jahren. In gelegentlichen Rückblenden schreibt er auch über die Zeit von der Machtübernahme der Kommunisten bis zum Krieg zwischen den beiden koreanischen Staaten.
  Er beschreibt die schnelle Entwicklung der kommunistischen Revolution von einer weitgehend in der Bevölkerung unterstützten Bewegung zu einer Lärmbelästigung durch ständiges Propaganda-Phrasenbrüllen und von engagierten Mensche zu sturen, streng linientreuen Funktionären. Die Menschen Südkoreas kommen in ihrer deutlich ungehemmteren Art zwar besser bei ihm weg, aber auch hier bleibt sein Blick nicht unkritisch.
  Obwohl es zuerst nach einem kritischen Vergleich der beiden politischen Systeme erscheint, geht es Lee Hochol in dem Buch immer um die einzelnen Menschen und wie sie auf die Rahmenbedingungen des jeweiligen Systems reagieren. Dieses Interesse für das Individuum steht natürlich in krassem Widerspruch zur kommunistischen Ideologie eines Stalin oder Kim Ilsung, wo der einzelne Mensch als völlig bedeutungslos betrachtet wird. Aber auch beim Kapitalismus weist er darauf hin, dass hier oft die Menschen mit negativen Charaktereigenschaften bessere Chancen vorfinden.
  Trotz teilweise recht dramatischer Ereignisse, schreibt Lee Hochol in einem eher lockeren Stil, der mancher Situation einen leicht satirischen Aspekt verleiht. Als würde er die Irrungen und Wirrungen seiner Jugend und deren Umgebung mit einem aus Altersweisheit geborenen, gutmütigen Lächeln betrachten.

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