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John P. Spielman
Leopold I.
Zur Macht nicht geboren
(Leopold I. of Austria, 1977)

Styria
1981
Übersetzt von Gerald und Uta Szyskowitz
215 Seiten


Von Alfred Ohswald am 08.04.2005

  Leopold I. wurde von den Historikern insgesamt relativ wenig beachtet, obwohl es während seiner recht lange Regierungszeit nicht an dramatischen Ereignissen mangelte. Da war die 2. Türkenbelagerung Wiens, die Konflikte mit Frankreichs Sonnenkönig Ludwig XIV. und dem spanischen Erbfolgekrieg und auch Prinz Eugen errang als schillernde Figur der österreichischen Geschichte seine großen Erfolge in der Regierungszeit Leopolds. Warum also widmet man ihm so wenig Aufmerksamkeit?
  Ursprünglich zum Priester ausgebildet, blieb Leopold ein zutiefst gläubiger Mensch und der katholischen Tradition der Habsburger treu. Sein damit verbundenes Misstrauen gegenüber den Protestanten konnte er nur selten überwinden, selbst wenn es die politischen Verhältnisse unumgänglich machten. Auch war er ein sehr zögerlicher und entschlussunfreudiger Charakter mit einer oft nicht sonderlich glücklichen Hand bei der Auswahl seiner führenden Beamten. Besonders untalentiert war er in finanziellen Dingen, aber das war bei einem Habsburger ja wahrlich nichts Ungewöhnliches.
  Trotzdem kann der Wandel von den rein dynastischen Interessen des Hauses Habsburg, vor allem in den Niederlanden und Spanien, zur Konzentration auf die mitteleuropäischen Erblande Österreich und Ungarn in seiner Zeit zustande, obwohl er selbst noch weitgehend im alten Denken verwurzelt war. Im Osten erreichte Österreich mit seinem Sieg über die Türken unter seiner Regierung den Höhepunkt seiner Macht, auch wenn er zur Befreiung Wiens auf polnische und deutsche Hilfe angewiesen war.
 
  Bezeichnenderweise stammt die einzige Biographie über Leopold von einem amerikanischen Historiker. Das populärwissenschaftliche Buch ist dann auch in guter, angelsächsischer Tradition angenehm leicht lesbar geschrieben.

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