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Carl Djerassi
Aufgedeckte Geheimnisse
Menachems Same & NO

Haymon
2005
Übersetzt von Ursula-Maria Mössner
443 Seiten
€ 19,90 [D] 20,50 [A]


Von Alfred Ohswald am 05.04.2005

  „Aufgedeckte Geheimnisse“ ist eine Neuauflage der beiden Romane „Menachems Same“ und „NO“ die zusammen mit „Cantors Dilemma“ und „Das Bourbaki Gambit“ (beide unter dem Titel „Stammensgeheimnisse“ bei Haymon neu herausgebracht) eine Tetralogie bilden. Es sind keine Fortsetzungen, sondern beschäftigen sich alle mit verschiedenen Aspekten der wissenschaftlichen Forschung und manche Protagonisten kommen in mehreren der vier Romane vor, es gibt aber nie die gleiche Hauptfigur.
  Beide Romane in „Aufgedeckte Geheimnisse“ beschäftigen sich mit der Forschung rund um die menschliche Fortpflanzung und Sexualität. In „Menachems Same“ um die künstliche Befruchtung und in „NO“ um ein Mittel gegen Impotenz. Dabei streift Carl Djerassi natürlich auch immer andere Themen. In „NO“ schreibt Carl Djerassi z.B. viel über die Gründung eines pharmazeutischen Unternehmens in den USA und die zahlreichen dabei zu überwindenden Fallstricke. Der Roman mutiert dabei über gewisse Teile zu einem regelrechten Wirtschaftsthriller der besten Sorte. In beiden Teilen erfährt man auch einiges über das heutige Judentum, weil die Partner der weiblichen Hauptfiguren beide Juden sind.
 
  Carl Djerassi kommt, als Chemiker und (Mit-)Erfinder der „Pille“ (siehe „This Man’s Pill“ bei Haymon) selbst aus dem innersten Kreis der wissenschaftlichen Forschung und kennt das Thema, über das er hier schreibt, aus eigner Erfahrung. Der Hintergrund seiner Romane ist also sehr real und es ist auch sein deklariertes Ziel, dem Publikum einen Blick hinter die Bühne der wissenschaftlichen Forschung zu ermöglichen.
  Stilistisch bedient er sich dabei gleich mehrer Mittel, er wechselt vom Erzähler zur Ich-Sicht und zum Briefroman ohne dabei unschöne Brüche zu erzeugen. Aber sein besonderes Talent zeigt er bei der Erfindung interessanter und origineller Charaktere. Klischeehafte Typen kommen bei ihm nicht vor, jede Figur hat eine realistische Persönlichkeit. Wobei „NO“ durch die Ereignisse bei der Gründung des Unternehmens der spannendste der vier Teile der Tetralogie ist.

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