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Wilkie Collins
Jezebels Tochter
(Jezebel’s Daughter, 1880)

dtv
1998
Übersetzt von Thomas Eichhorn
367 Seiten
€ 8,90 [A]


Von Alfred Ohswald am 31.03.2005

  Als ihr Mann stirbt, übernimmt die selbstbewusste Witwe Mrs. Wagner selbst sein Geschäft und beschließt einiges zu ändern. Da ihre deutsche Filiale kurz vor einer Erweiterung steht, will sie dort ihr Projekt, mehr Frauen zu beschäftigen, starten. Ihr Neffe David soll nach Frankfurt reisen, um den beiden dortigen Teilhabern ihren Entschluss mitzuteilen. Fritz Keller, einer dieser Teilhaber, ist von dem Vorschlag wenig eingenommen und darum muss schließlich doch Mrs. Wagner persönlich nach Deutschland reisen.
  Zuerst aber wird David in private Angelegenheiten des Hrn. Keller und seines Sohnes Fritz hineingezogen. Fritz hat sich in ein Mädchen verliebt aber sein Vater verbietet ihm, wegen des schlechten Rufes ihrer Mutter, sie zu heiraten. Diese Mutter, Madame Fontaine, versucht nun, ihren Ruf gegenüber Hrn. Keller zu verteidigen, wogegen er sich aber heftig sträubt. David wird nun von Madame Fontaine gebeten, ihr zu einem Gespräch mit Hrn. Keller zu verhelfen. Als auch er scheitert, ersinnt sie noch ausgefeiltere, regelrecht hinterhältige Methoden, um ihr Ziel zu erreichen.
 
  Der damalige Autor von Unterhaltungsliteratur Wilkie Collins gilt heute als einer der Begründer des Krimi-Genres, obwohl seine Romane meist eher Thriller sind. Bei „Jezebels Tochter“ z.B. wird kein Geheimnis daraus gemacht, wer die Taten begeht. Erst die langsamen Fortschritte bei Aufdeckung der Verbrechen, lassen die Spannung entstehen. Wie es heute z.B. für die Fernseh-Krimiserie „Columbo“ typisch ist.
  Diese Spannung wird die ganze, ziemlich komplexe Handlung hindurch gehalten und ist mit ihr zusammen das Hauptqualitätskriterium. Aber auch die Charaktere sind, mit wenigen einigermaßen klischeehaft wirkenden Ausnahmen, wirklich ausgefeilt und vielschichtig. Die Leser werden also auf hohem Niveau gut unterhalten.

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