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Philip K. Dick
Ubik
(Ubik, 1969)

Heyne
2003
Übersetzt von Renate Laux, Alexander Martin und Jürgen Langowski
428 Seiten
€ 9,95 [D] 10,30 [A]


Von Alfred Ohswald am 30.03.2005

  „Ubik“ spielt in der zukünftigen, durch und durch kommerziellen Welt der 90er-Jahre des 20. Jahrhunderts, zumindest aus der Sicht der Entstehungszeit des Romans im Jahr 1969. Natürlich treffen die meisten Vermutungen Dicks nicht zu, seine Zukunftsvision ist auch heute, gut 10 Jahre später, weitgehend noch nicht eingetroffen.
  In „Ubik“ bieten Unternehmen parapsychologisch talentierte Menschen zu Dienstleistungen an und andere Firmen bieten wieder Menschen an, deren Fähigkeiten diese Psy-Kräfte neutralisieren. Glen Runciter leitet ein solches Unternehmen und als er einen gefährlichen, aber recht lukrativen Auftrag erhält, nimmt er trotz der Gefahren an. Und prompt geraten seine Mitarbeiter in eine Falle.
  Joe Chip, obwohl selbst kein Anti-Psy-Talent, ist so etwas, wie der Leiter dieser Truppe. Er und seine Kollegen, müssen bald feststellen, dass ihre Realität brüchig wird. Sie scheinen zunehmen in die Vergangenheit abzudriften und einige von ihnen sterben dabei. Der Verdacht fällt irgendwann auf eine junge Frau, die erst kurz für Runciters Unternehmen arbeitet.
 
  Philip K. Dicks Thema ist sehr oft eine unsichere, poröse sich verändernde Realität und in “Ubik” hat er es vielleicht am meisterhaftesten bearbeitet. Ein zweiter Aspekt fällt auch noch auf: Dick hat, wie viele andere Science-Fiction-Autoren, zahlreiche Kurzgeschichten geschrieben, weil sich dafür bessere Möglichkeiten zur Veröffentlichung fanden. Daraus entwickelte er eine besondere Stärke für diese Form, die auch in „Ubik“ bemerkbar ist. Vom Aufbau, der Struktur und der Pointe könnte der Roman aus einer Kurzgeschichte entstanden sein.
  Wie in „Das Orakel vom Berge“ spielen auch hier philosophische und religiöse Fragen eine wichtige Rolle, obwohl man sich von manchen Kritiken nicht einschüchtern lassen soll. So schwer und sperrig, wie sie vermuten lassen könnten, ist der Roman auch wieder nicht zu lesen.
  Als besonders dicker Bonus ist in dieser Ausgabe noch das gesamte, auch von Dick selbst geschriebene, Drehbuch zu „Ubik“ enthalten. Der Roman selbst ist ja nur 266 Seiten lang, den Rest füllt dieses Drehbuch. Dieser Teil ist aber sicher nur für echte Fans interessant, die meisten Leser werden sich wohl mit dem Roman begnügen.

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