Hauptseite
Rezensionen
Autoren
Themen
Reportagen
Meldungen
Links
Kontakt
Newsletter
Judith Frege
Aida in Bahrendorf

Solibro
2005
159 Seiten
€ 8,90 [D] 9,20 [A]


Von Alfred Ohswald am 25.03.2005

  Judith Frege hat hier eine ungewöhnliche Form gefunden, die Geschichte einer Aida-Aufführung in der Provinz zu schreiben. Sechzehn Kurzgeschichten aus dem Blickwinkel unterschiedlicher Personen beschreiben die Höhen und Tiefen, die Dramen und Skurrilitäten rund um dieses fiktive Ereignis. Vom Kritiker bis zur Toilettenfrau, vom Intendanten bis zum Statisten und von der frustrierten Tänzerin über den in sie verliebten, gehemmten Orchestermusiker bis zu verschiedenen Besuchern der Premiere reicht das recht breite Spektrum. Und alle schlagen sich mit ihren ganz persönlichen Problemen herum, die zwar meist irgendwie mit der Aufführung zu tun haben, kaum aber mit dem Kunstwerk Aida selbst.
  Diese Art, ein Ereignis mittel zahlreicher Kurzgeschichten zu erzählen, erlaubt der Autorin auch stilistische Varianten. Einmal schreibt sie direkt aus der Ich-Perspektive, dann wieder betrachtet sie ihre jeweilige Hauptfigur und ihr Treiben aus etwas mehr erzählerischer Distanz. Aber sie hält sich dabei an Grenzen, distanziert sich nie wirklich deutlich von ihren Figuren, sie bleiben immer der Mittelpunkt der jeweiligen Geschichte.
  Oft haben ihre Geschichten etwas Tragisch-Komischen oder neigen zur gutmütigen Melodramatik, mehr oder weniger liebenswerte Versager kommen relativ häufig vor. Aber auch eine kräftige Portion Satire, ist deutlich, wenn auch nicht sofort vordergründig auffällig, merkbar. Besonders die kleinen und großen Eitelkeiten lassen sie gerne genüsslich in diese Betrachtungsweise verfallen.
  Ein kurzweiliges, geradliniges, unkompliziertes und unterhaltsames Buch. Auch für Leser, die nicht das Geringste mit Opern oder auch nur klassischer Musik anfangen können.

Das Copyright © liegt beim jeweiligen Autor der Kritik. Ohne seine ausdrückliche Zustimmung darf seine Rezension nicht verwendet werden.

Wenn Sie zu diesem Buch auch eine Kritik schreiben wollen, senden Sie diese bitte per eMail. Diese Mail geht an den Betreiber dieser Seite!
Mails an den Autor der Kritik sind nur möglich, wenn dessen Name ein Link ist. Mit dem Link gelangen Sie zum Portrait des Rezensenten, wo meist auch seine eMail-Adresse zu finden ist. Andernfalls ist keine Kontaktaufnahme erwünscht oder möglich.