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Walter Wippersberg
Die Irren und die Mörder

Otto Müller Verlag
1998
184 Seiten


Von Alfred Ohswald am 26.02.2005

  Die knapp 40jährige Martha hat ein Verhältnis mit dem älteren, verheirateten Wegner, den Apotheker des Ortes, in dem sie lebt. Nach einigen Jahren ist dieses Verhältnis mittlerweile etwas eingeschlafen. Trotzdem ist Martha ziemlich entsetzt, als sie mitbekommt, dass Wegner etwas mit einem geplanten Anschlag von Rechtsradikalen zu tun zu haben scheint.
  Er und seine kleine Gruppe drohen mit einem Giftanschlag auf die öffentliche Wasserversorgung, wenn irgendwelche obskuren Forderungen nicht erfüllt werden und ihre Pamphlete nicht in den Medien veröffentlicht werden. Auf ihre Warnungen, bei denen sie das Wasser mit Farbstoff versetzt haben, reagiert aber niemand und so droht die Sache zu eskalieren. Martha ist als potentielle Mitwisserin plötzlich akut an Leib und Leben gefährdet.
 
  Walter Wippersberg zeichnet für seinen Politthriller ein extrem düsteres Bild von Österreich. Überall werken rechtsradikale Gruppen im Untergrund, das Szenario in Josef Haslingers „Opernball“ ist geradezu harmlos dagegen. Die Spannung wird zwar recht geschickt aufgebaut und auch die Charaktere sind ganz hervorragend gelungen, der so stark überzeichnete Hintergrund zerstört einiges an Wirkung. Hier wäre weniger mehr gewesen. Natürlich geht Wippersberg auch bei den Briefbombenattentätern davon aus, dass Fuchs nicht in Einzeltäter war und baut sie in seinen Hintergrund ein.
  Trotzdem bleiben die Stärken des Romans, vor allem die Charaktere, wo Wippersberg sein Können eindrucksvoll zeigt. Hätte er diesen Aspekt z.B. bei Nebenfiguren stärker gewichtet und dafür den Hintergrund etwas weniger drastisch gezeichnet, wäre ein wirklich beeindruckender Politthriller daraus geworden.

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