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Lois McMaster Bujold
Chalions Fluch
(The Curse of Chalion, 2001)

Lübbe
2005
Übersetzt von Alexander Lohmann
749 Seiten
€ 8,90 [D] 9,20 [A]


Von Alfred Ohswald am 23.02.2005

  Cazaril kehrt heim, nachdem er durch Verrat als Rudersklave auf einer Galeere gelandet war. Die Burg, wo er als junger Mann Page war, ist sein Ziel und tatsächlich nimmt ihn die alte Herzogin als Schreiber und Lehrer für ihre jugendliche Enkelin Iselle auf. Iselle und ihr älterer Bruder sind Halbgeschwister des regierenden Königs in Chalion. Dieser König ist kinderlos und darum Iselles Bruder der Thronfolger.
  So ist es nicht überraschend, dass Iselle und ihr Bruder zur Residenz des Königs gerufen werden, doch Cazaril der sie begleiten muss, befürchtet zu Recht Probleme. Die beiden Geschwister werden den Einflüssen der verschiedenen Mächtigen und ihrer Höflinge ausgesetzt und Cazaril selbst fürchtet die Begegnung mit den Männern, die ihn einst verraten haben. Auch sie sind mächtig genug, um sich eines ihnen unangenehmen Mannes, der zuviel über sie weiß, zu entledigen. Wenn nicht durch Bestechung, so durch Verleumdung oder Meuchelmord.
  Cazaril bewegt sich so vorsichtig, wie möglich auf diesem glatten Parkett aber deswegen sind weder er, noch die beiden Geschwister vor Intrigen sicher. Und dass auf dem Königshaus von Chalion ein Fluch liegt und die Götter ihre Hände im Spiel haben, vereinfacht die Sache auch nicht unbedingt.
 
  Lois McMaster Bujold hat mit Cazaril einen recht ungewöhnlichen Antihelden geschaffen. Meist entwickeln sich Heldenfiguren im Fantasy-Genre von unbedeutenden Figuren zu Helden, Cazaril dagegen hat schon viel hinter sich gebracht und ist ein nahezu gebrochener Mann. Im Laufe der Handlung bekommt auch er besondere Bedeutung und das Ende ist ein geradezu kitschiges Happy-End, aber zumindest über weite Strecken ist der bis zur Furchtsamkeit vorsichtige Cazaril eine recht ungewöhnliche Figur.
  Die Charaktere und ihre Interaktion ist generell die starke Seite des Romans, der leider gegen das Ende zu eher einbüsst. Dann wird er weitgehend zu einem ganz normalen, noch immer gut gelungenen Fantasy-Roman. Die ganz außergewöhnliche Qualität bis dahin, wird dann aber leider zum Teil wieder von der Normalität eingeholt.

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