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Robert Silverberg
Herr der Finsternis
(Lord of Darkness, 1993)

Lübbe
1998
Übersetzt von Uwe Anton
698 Seiten


Von Alfred Ohswald am 21.02.2005

  Der junge Engländer Andrew Battell stammt aus einer Seefahrerfamilie in Leigh und macht als junger Mann den Kampf gegen die spanische Armada mit. Als 30jähriger nimmt er dann an einer Kaperfahrt gegen die Spanier mit einem Freibeuter an der brasilianischen Küste teil. Als er eines Tages mit einem Trupp an Land geht, um Wasser zu holen, werden sie von Indianern überfallen. Nur wenige überleben und zu allem Übel macht sich ihr Schiff aus dem Staub.
  Bald geraten sie in portugiesische Gefangenschaft und werden nach einiger Zeit als Zwangsarbeiter in die portugiesische Provinz Angola in Afrika überstellt. Dort holt sich Andrew bald eine gefährliche Tropekrankheit, die er jedoch knapp überlebt. Dabei lernt er auch die faszinierende junge Dona Teresa kennen, die ihn gesund gepflegt hat. Sie besucht ihn auch oft im Gefängnis, in dem er danach für längere Zeit landet, und beginnt ein Verhältnis mit ihm. Sie sollte die meiste Zeit über, die er in Afrika verbringt, eine wichtige und manchmal auch unheilvolle Rolle spielen.
  Nach einiger Zeit kann er das Gefängnis mit Hilfe von Dona Teresa wieder verlassen, muss sich jedoch wieder in die Dienste der Portugiesen begeben. Er befährt die afrikanische Küste für sie und zieht einmal sogar mit ihnen in den Kampf gegen aufständische Eingeborene. Immer wieder wird ihm die baldige Heimkehr versprochen und immer wieder wird dieses Versprechen gebrochen.
  Schließlich landet er als Geißel eines Tages in einer Eingeborenenstadt tief im Landesinneren. Doch die Portugiesen lassen ihm fast erwartungsgemäß im Stich und ihm droht die Hinrichtung. Gerade noch rechtzeitig kann er entfliehen und er beschließt, sich den schrecklichsten Stamm in diesen Ländern anzuschließen, den menschenfressenden Jaqqas. Er war ihnen schon einmal begegnet und sie waren von seinem blonden Haar fasziniert gewesen. Niemand würde es wagen ihn dorthin zu verfolgen, die Jaqqas sind die gefürchtete Geißel aller Stämme.
 
  Robert Silverberg, sonst wohl eher als Science-Fiction-Autor bekannt, hat sich bei diesem historischen Roman an der tatsächlichen Geschichte des Andrew Battell, eines englischen Seemanns aus der elisabethanischen Zeit, orientiert. Allerdings hat er diese recht knappen Überlieferungen recht kräftig und umfangreich ausgeschmückt, sonst wäre wohl kaum ein solcher Wälzer daraus geworden.
  Das Buch ist flott erzählt und orientiert sich stilistisch etwas an den klassischen Abenteuerromanen von Daniel Defoe, Mark Twain u.a., allerdings nicht was den Inhalt betrifft. Dafür kommen doch allzu häufig deftige Sexszenen und zu detaillierte Schilderungen grausamer Ereignisse vor.
  Als historischer Abenteuerroman ist das Buch sehr gut gelungen, es gibt wenig moderne Romane als diesem speziellen Themenbereich, die mit ihm mithalten könnten. Auch die Charaktere sind interessant, durchaus vielschichtig und gut beschrieben und die Handlung durchwegs spannend, obwohl sie recht ausführlich ausgebreitet wird. Eine gewisse Vorliebe für epische Breite sollten die Leser vielleicht schon mitbringen.

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