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Heimito von Doderer
Die Strudlhofstiege
oder Melzer und die Tiefe der Jahre
(1951)

dtv
2003
909 Seiten
€ 15,- [D]


Von Alfred Ohswald am 21.12.2004

  Die Bewohner von Häusern in der Wiener Strudlhofgasse in der Zeit von (1911) und nach (1925) dem 1. Weltkrieg und ihre Freunde, Bekannt- und Verwandtschaften, ihre Ehepartner und Affären und natürlich ihre persönliche Entwicklung sind das Thema dieses voluminösen Klassikers der österreichischen Literatur. Die Handlung springt dabei immer wieder von Figur zu Figur. Manche, wie Melzer kommen immer wieder ins Bild, andere sind nur einmal im Mittelpunkt, tauchen aber häufig als Nebenfiguren auf.
  Wirklich dramatisches geschieht kaum, dort eine Liebschaft, da eine Heirat, dazwischen weitgehend Alltag. Doderers Blick auf diese Welt im Kleinen ist nicht ohne Ironie, aber nie bis zur Satire heranreichend. „Die Strudelhofstiege“ ist ein langsames Schreiten über diese, wobei jede Stufe eine Figur und einen von ihr erlebten Zeitabschnitt darstellt. Die reale Strudelhofstiege besteht aus zwei Treppen, was man als Sinnbild die beiden Handlungszeiträume 1911 und 1925 betrachten kann.
  Der Roman braucht einen langen Atem beim Lesen, nicht nur wegen des Umfangs. Die ständigen Figurenwechsel und ein weitgehend fehlender Plot, sieht man von der Entwicklung dieser Figuren ab, bewirken eine gewisse Langatmigkeit. Kurzweilige Unterhaltung ist es also eher nicht. Doderer gehört zu den wichtigsten Autoren Österreichs, er braucht also nicht weiter betont zu werden, dass er sein Handwerkszeug, die Sprache, ganz außergewöhnlich gut beherrscht.

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