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Götz Schrage
Der Schwärmer

Ritter Verlag
2004
310 Seiten


Von Alfred Ohswald am 23.11.2004

  Götz Schrage erzählt in seinem Debüt über die Liebe, Erotik, Vögeln, Blasen, Sex und noch mal Sex. Die einzige Art, in der Männer über Sex erzählen können, ohne sofort so ziemlich jedes Interesse zu verlieren und als Angeber dazustehen, ist mit einer kräftigen Portion Humor. Und das ist Schrage hier auch wirklich recht gut gelungen, witzig schreiben kann er.
  Die Hauptfigur und gleichzeitig der Erzähler ist ein „Lebenskünstler, wie man in Österreich zu Menschen sagt, die sich mit wechselnden Erfolg und möglichst wenig konventioneller Arbeit durchs Leben schlagen. Sein zeitweiliger Beruf als Spieler bring es mit sich, dass es Zeiten gibt, wo er im Geld schwimmt und einige Tage später seinen Kaffee im Lokal anschreiben lassen muss. Auch bringt es reichlich Kontakte mit der „Halbwelt“ mit sich und viele seiner beschriebenen Sexabenteuer hat er auch mit Frauen aus diesem Umfeld, was natürlich dann auch immer wieder für recht originelle Erlebnisse sorgt.
  Hauptsächlich jagt er aber das ganze Buch über einer künstlerisch ambitionierten Kellnerin namens Lisa hinterher, eher erfolglos übrigens. Über die häufigen Rückschläge helfen ihm dann heiße Nächte mit verschiedenen Frauen hinweg. In diesen Haupthandlungsstrang eingeflochten erfährt man in zahlreichen Rückblenden von früheren sexuellen Erfahrungen des Erzählers, vom ersten Kuss bis über seine Erfahrungen mit schon etwas exotischeren Sexualpraktiken (solange man nicht Pornos als üblichen Standard nimmt).
 
  Trotz des weitgehend humorigen und ironischen Erzählstils, ist es wohl in erster Linie ein Buch für Frauen. Männer interessieren sich in der Regel nur sehr begrenzt für das Liebensleben anderer Männer, zumindest nach der Phase der pubertären Neugier. Und als Lebensleitfaden werden wohl wenige Eltern dieses Buch dem Nachwuchs ans Herz legen. Bleiben weitgehend nur Frauen, die das hormongesteuerte Treiben des Helden vielleicht verfolgen, um Männer besser zu verstehen und hier ihren Verdacht bestätigt zu bekommen, dass Männer ausschließlich „schwanzgesteuerte“ und sonst ziemlich einfältige Lebewesen mit einem gewissen Hang zu Aggressionen sind. Vielleicht wird der Roman in „Emma“ als abschreckendes Beispiel in Fortsetzungen abgedruckt? Also doch lesenswert…

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