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Nina Blazon
Im Bann des Fluchträgers

Ueberreuter
2003
442 Seiten
€ 19,95


Von Alfred Ohswald am 27.09.2004

  Der junge Waldmensch Ravin va Lagar reist zur Burg seiner Königin, um Hilfe für seinen Bruder bei den Hofzauberern zu finden. Sein Bruder fand einen seltsamen Stein und verfiel in einen totenähnlichen Schlaf, als er ihn berührte. Doch keiner der drei Hofzauberer kann ihm helfen, nur eine sagenhafte Heilerin Skaardja im unbekannten Norden könnte seinem Bruder vielleicht heilen. Ravin beschließt sofort aufzubrechen und die Königin gibt ihm Darian, den Lehrling eines ihrer Hofzauberer als Begleiter mit.
  Nachdem sie die Grenze ihres Königreiches überquert haben, treffen sie in einem Wald auf ein verwirrtes, stummes Mädchen. Sie nehmen sie mit und finden auch bald eine Gruppe Menschen, zu der dieses Mädchen gehört. Die Gruppe versteckt sich vor den sie verfolgenden Soldaten des Herrschers dieses Landes. Bei einem Angriff werden fast alle gefangen genommen, nur Ravin und die temperament- und geheimnisvolle Amina aus dieser Gruppe können entkommen. Die Gefangenen wurden zur Burg gebracht und die Beiden beschließen, sie zu befreien. Unterwegs zerstreiten sie sich jedoch und Ravin schleicht sich allein, als Soldat in verkleidet, die Burg hinein.
  In der Burg erfährt er, dass der Herrscher einen Krieg mit Hilfe magisch gerufener seelenloser Kämpfer plant und das Ziel dieses Krieges sein Land ist. Jetzt ist die Befreiung der Gefangenen natürlich noch dringender, um dann schnell zurück reisen zu können und seine Leute rechtzeitig vor der drohenden Gefahr zu warnen.
 
  Ein beachtenswerter Erstlingsroman und beileibe nicht nur ein „Jugend“-Fantasy-Buch, wie es vermarktet wird. Die Autorin hat sich für ihre Hintergrundwelt nicht nur bei Tolkien & Co. bedient und sie mit Orks, Zwergen, Elfen und was es sonst noch an bekannten Versatzstücken gibt, bevölkert, obwohl es bei ihr auch nicht an phantastischen Wesen mangelt. Aber es sind, von den Pflanzen und Tieren bis zu den unheimlicheren Wesen, alles Eigenkreationen, die sich zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenfügen.
  Auch ihre Charaktere sind recht gut gelungen, nicht zu eindimensional und in ihrer nicht übertriebenen Heldenhaftigkeit sympathisch. Die Geschichte selbst ist in erster Linie eine Suche, die zu einer Reise führt, im Fantasy-Genre fast schon ein Standard-Element.
  Nina Blazon hat sich mit diesem Debüt sofort in die vorderen Reihen der deutschsprachigen Fantasy-Autorinnen geschrieben und auch gleich den Wolfgang-Hohlbein-Preis 2003 gewonnen. Den Namensgeber dieses Preises hat sie allerdings schon qualitativ überflügelt, jetzt ist ihr nur mehr ein ähnlicher Erfolg zu wünschen.

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