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Justina Robson
Mappa Mundi
(2001)

Lübbe
2003
Übersetzt von Dietmar Schmidt
718 Seiten
€ 8,90 [D]


Von Alfred Ohswald am 18.07.2004

  In einem Indianerreservat kommt es zu einem dramatischen Vorfall, einige Bewohner drehen durch und töten sich und andere in ihrem Wahn. White Horse entkommt knapp aus ihrem in Brand gesteckten Haus und hat ein Gerät, das sie für den Verursacher des Unglücks hält, aus den Flammen retten können. Damit macht sie sich auf den Weg zu ihrem Halbbruder Jude, der beim FBI arbeitet. Jude selbst kommt auch nicht hinter das Geheimnis und sucht eine Fachkraft, die ihm weiterhelfen könnte. Dabei stößt er auf Natalie Armstrong, die in einem psychiatrischen Institut in Großbritannien Gehirnschäden mit Hilfe neuartigster Nanotechnologie zu heilen versucht.
  Jude reist ohne das Wissen seiner Vorgesetzten nach England und kontaktiert Natalie. Natalie erkennt sofort, dass das Gerät eine primitive, dilettantisch programmierte Version eines Gerätes ist, dass sie entwickelt und programmiert hat.
  Die Möglichkeit zur Manipulation des Gehirns und damit der Gedanken hat das Militär und die Geheimdienste auf den Plan gerufen, die eine ultimative Waffe darin erkennen und selbst die Entwicklung weiter vorantreiben. „Mappa Mundi“, wie sich das Projekt nennt, soll alle Menschen zu demokratischen und gefügigen amerikanischen Patrioten machen. Der Kopf hinter diesem Vorhaben ist der zwielichtige Wissenschaftler Guskow, der allerdings gänzlich andere Pläne mit dem Projekt hat.
  Bei einem Test mit einem gehirngeschädigten Patienten in England läuft allerdings etwas wegen Sapotage schief. Die Software kann offensichtlich viel drastischere Wirkung erzielen, als ursprünglich angenommen und Natalie ist zum Teil ebenfalls davon betroffen.
 
  Justina Robson verbindet in diesem Science-fiction-Thriller, der gut 10 Jahre in der Zukunft spielt, geschickt die potentiellen Möglichkeiten der Nanotechnologie (programmierte Mikromechanik) mit Gehirnforschung. Ein ähnliches Thema hatte Crichtons späterer Roman „Beute“, allerdings mit einer weniger originellen Grundidee und geringeren Konsequenzen.
  Robson lässt ihre Protagonisten langsam aus verschiedenen Richtungen und Perspektiven hinter das Geheimnis kommen, was den Hauptteil des Romans ausmacht. Die Lösung geschieht am Ende innerhalb relativ weniger Seiten, realistischerweise ist es nach dem Handlungsverlauf auch kein perfekter Ausweg aus der ausweglosen Situation.
  Die Qualität des Romans liegt in erster Linie seinem geschickten Handlungsaufbau und dem Spannungsbogen. Auch die zahlreichen Figuren sind nicht schlecht beschrieben, wenn auch nicht sonderlich vielschichtig. Es sind großteils gute oder böse „Helden“, nicht untypisch für Thriller und besser ausgearbeitet als in so manchen anderen Büchern des Genres, vor allem bei amerikanischen Autoren.

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