Hauptseite
Rezensionen
Autoren
Themen
Reportagen
Meldungen
Links
Kontakt
Newsletter
Friedrich Torberg
Die Tante Jolesch
oder Der Untergang des Abendlandes in Anekdoten
(1975)

Preiser Records
1989
€ 15,10 [D]


Von Alfred Ohswald am 15.07.2004

  „Die Tante Jolesch“ ist der Abgesang Torbergs auf das alte Österreich von der Jahrhundertwende und dem Ende der Monarchie bis zu den Nazis, die jene unvergleichlichen Typen dieser Zeit meist vertrieb oder ermordete. Nur die Mischung aus Menschen aller Länder der Monarchie, besonders Böhmen und Mähren, Ungarn und Juden die in der Hauptstadt des Habsburgerreiches mit deren Bewohnern zusammentrafen ergab diese besondere Atmosphäre und begünstigte die Existenz dieser oft kauzigen und etwas exzentrischen Lebenskünstler.
  Torberg erzählt Anekdoten aus dieser Zeit, berühmte Aussprüche und ihre Entstehung. Viele davon sind Klassiker geworden, wie Tante Jolesch vor allem bei vielen Männern beliebter berühmter Satz: „Alles was ein Mann schöner ist als ein Aff, ist ein Luxus“. Kaum eine Anekdotensammlung Österreichs kommt um Torberg herum, oft speisen sie sich zu einem guten Teil aus den beiden „Tante Jolesch“-Büchern.
  Auf dieser CD ist Torberg persönlich beim Vorlesen zu hören, was er übrigens hervorragend beherrscht. War er doch selbst ein für seine Sprüche bekanntes Original und Erzähltalent. Vier Ausschnitte aus dem Buch sind zu hören, der Rest der CD ist mit 8 von Torberg gelesenen Gedichten von Peter Hammerschlag „aufgefüllt“. Die sind allerdings weit mehr als bloß ein Lückenbüßer.
  Ein gravierendes Manko gibt es allerdings bei dieser Ausgabe, es gibt eine deutlich längere Lesung Torbergs aus „Die Tante Jolesch“ bei Langen Müller. Außer den Gedichten Hammerschlags spricht deshalb nichts für diese CD.

Das Copyright © liegt beim jeweiligen Autor der Kritik. Ohne seine ausdrückliche Zustimmung darf seine Rezension nicht verwendet werden.

Wenn Sie zu diesem Buch auch eine Kritik schreiben wollen, senden Sie diese bitte per eMail. Diese Mail geht an den Betreiber dieser Seite!
Mails an den Autor der Kritik sind nur möglich, wenn dessen Name ein Link ist. Mit dem Link gelangen Sie zum Portrait des Rezensenten, wo meist auch seine eMail-Adresse zu finden ist. Andernfalls ist keine Kontaktaufnahme erwünscht oder möglich.