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Lilli Thal
Mimus

Gerstenberg
2003
447 Seiten
€ 15,90 [D]


Von Alfred Ohswald am 12.07.2004

  Seit vielen Jahren herrscht Krieg zwischen den Königreichen Königreichen Monfiel und Vinland, als sich die Könige Philip und Theodo auf neutralen Boden zu Friedensverhandlungen entschließen. Prinz Florin, König Philips einziger Sohn und damit Thronfolger Monfiels, wartet inzwischen zu Hause gespannt aus Nachricht über den Ausgang der Verhandlungen und tatsächlich erscheinen bald Boten mit einer Einlandung an König Theodos Burg zur Feier des Friedensschlusses. Florin bricht mit kleinem Gefolge zur Burg ihres ehemaligen Feindes auf und freut sich auf ein Wiedersehen mit seinem Vater.
  Doch er und sein Vater wurden von König Theodo verraten, sein Vater steckt bereits in seinem Kerker und Florin wird zur Demütigung in ein Narrengewand gesteckt und Theodos Hofnarren Mimus als Narrenlehrling übergeben. Spielt Florin nicht mit, droht ihm Hunger und Folter und seinem Vater noch Schlimmeres. So beginnt sich Florin, ständig zwischen Zorn und Demütigung wankend, an sein Los unter Mimus zu gewöhnen. Die Narren haben ein hartes Los, sie wohnen im Affenturm bei den Tieren, bekommen nur eine Schüssel Haferbrei pro Tag zu essen und werden bei Missfallen ihrer Auftritte von König Theodos Folterknecht mit Peitschenhieben bestraft.
 
  „Mimus“ ist eine Mischung aus Fantasy-Roman und historischen Roman, es spielt in der realen Welt, jedoch in fiktiven Königreichen mit fiktiven Herrschern. Eigentlich ist es ein Jugendbuch, es wurde auch mit dem Deutschen Jugendbuchpreis ausgezeichnet, zieht aber auch sicher die meisten erwachsenen Leser in seinen Bann.
  Der Narr Mimus ist als wichtigste Nebenfigur ein höchst vielschichtiger und interessanter Charakter. Mit seiner Mischung aus Zynismus, Überlebenstalent und zurückhaltender, fast heimlicher Gutmütigkeit ist er die ideale Ergänzung zum klassischen Romanhelden Florin.
  Auch die Geschichte selbst lässt an Spannung nichts zu wünschen übrig, die Auszeichnung hat sich der Roman redlich verdient. Ungewöhnlich ist dabei auch, dass der Roman kaum naiv und allzu nett daherkommt, so mancher Fantasy-Roman ist da weit kitschiger und klischeehafter.

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