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Dave Barry
Tricky Business

Eichborn
2004
Übersetzt von Edith Beleites
293 Seiten
€ 19,90 [D]


Von Alfred Ohswald am 31.05.2004

  Nachdem der ziemlich windige Geschäftsmann Bobby Kemp das Casinoschiff „Melodie der Meere“ gekauft hatte, musste er feststellen, dass er sich damit auch die Mafia als Geschäftspartner eingehandelt hatte. Das Schiff wurde nämlich auch zum Drogenschmuggel eingesetzt, wobei die Drogen und das Geld außerhalb der Dreimeilenzone den Besitzer wechselten. Und so kommt es, dass das Schiff auch während eines Sturms zu seiner Fahrt ausläuft, weil bereits ein solches Treffen vereinbart ist.
  Doch dieses Mal läuft nicht alles glatt, Bobby Kemp will seine gefährlichen Partner hintergehen und noch ein Mal kräftig abkassieren, bevor er sich aus dem Staub macht. Aber er ist nicht der Einzige, der seine eigenen Pläne gemacht hat.
  Als dann das Casinoschiff auf das Drogenkurierboot trifft, kommt es zu einem kurzen Gemetzel und die Leute der Mafia sind alle tot. Der Plan scheint aufzugehen, doch dann beginnt langsam alles aus dem Ruder zu laufen und es entsteht ein immer heilloseres Durcheinander.
 
  Der Plot, schon für sich selbst mit seinem sich steigernden Chaos schon recht genial, ist bei Dave Barry eigentlich Nebensache. Der Reiz seiner Romane liegt in seiner Erzählweise, die eine kaum zu überbietende Mischung aus ironischem Blickwinkel auf die Wechselfälle des Lebens und einer überbordenden Situationskomik ist.
  Als Beispiel gibt es da einen Nachrichtensender, dessen reihenweise verunglückende Reporter seine eigenen Katastrophennachrichten liefern. Und Barry schafft es, derart überzeichnende Satiren nicht ins komplett Irreale abgleiten zu lassen. Auch die Charaktere des Romans sind oft ins karikaturhafte überzeichnet beschrieben, ohne komplett ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren. Was aber nicht heißen soll, dass bestimmte Protagonisten oder Situationen nicht verdammt vertraut erscheinen können.
  Wer allerdings streng rational daherkommende Romane bevorzugt und mit einer kräftigen Portion Absurdität und manchmal ziemlich schwarzen Humor wenig anzufangen weiß, liegt hier falsch. Wer damit keine Probleme hat, wird sich garantiert köstlich unterhalten.

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