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Alisha Bionda / Michael Borlik (Hrsg.)
Wellensang

Schreiblust Verlag
2004
251 Seiten
€ 9,90 [D] 10,20 [A]


Von Alfred Ohswald am 30.05.2004

  Die Fantasy-Erzähl-Anthologie “Wellensang” fasst den Genre-Begriff recht weit. Es sind Kurzgeschichten und Erzählungen aus dem ganzen Bereich der Phantastischen Literatur, mit Ausnahme von Science Fiction. Einige darin enthaltene Erzählungen hätten ebenso in der Grusel-Anthologie "Futter für die Bestie" gepasst, aber das stört ja nicht.
  Das Qualitätsspektrum in „Wellensang“ ist etwas breiter, es gibt etwas schwächere Geschichten, aber auch wirkliche Glanzpunkte, wie Barbara Büchners herrlich witzige „Fortsetzung“ von „La Belle et la Bête“ oder Solveig Perners klassische, vor fantastischen Einfällen geradezu übersprudelnde Fantasy-Story „Zolineks Geschichte“. Solche Geschichten würden auch in einer Anthologie internationaler Bestsellerautoren noch positiv auffallen.
  Im Genre Fantasy ist die Kurzform generell viel unüblicher, als z.B. in der Science Fiction oder bei Krimis, und so überrascht es auch nicht, dass klassische Fantasy-Storys eher die Minderheit in dem Buch sind. Oft sind es eher Gruselgeschichten oder an Märchen und Sagen angelehnte Erzählungen. Gemeinsam ist ihnen allen ein mehr oder weniger großes phantastisches Element, ohne das sie nicht funktionieren würden.
  Jede der Geschichten ist am Anfang mit einer Illustration von Patrick Hachfeld versehen, auch das Titelbild stammt von ihm. Und gerade das Titelbild ist nicht optimal gelungen, oder zumindest in der falschen Technik ausgeführt, besonders für ein Fantasy-Buch. Hier ist der Käufer von, zwar oft gänzlich unpassenden, dafür umso opulenteren Bildern verwöhnt und es besteht die Gefahr, dass das Buch für eine Sammlung von Amateurtexten gehalten wird.
  Am Ende des Buches findet man, noch vor den Autorenportraits, eine kurze Definition des Genres „Fantasy“ von Stefanie Bense. Ob das in einer solchen Anthologie sinnvoll ist, ist fraglich. Leser, die Fantasy hauptsächlich durch „Der Herr der Ringe“ und „Die Nebel von Avalon“ kennen, werden sich kaum dafür interessieren und jene, die zumindest schon bei George R. R. Martin, Steven Erikson & Co. angekommen sind, werden solche Definitionsversuche meist schon in der eine oder anderen Form irgendwo gelesen haben. Regelmäßige Leser von einschlägigen Newsgroups im Internet haben meist schon eine heftige Allergie dagegen entwickelt, ufern derartige Diskussionen dort ja gerne ins Endlose aus. Der Platz wäre mit einer weiteren, netten kleinen Geschichte besser genutzt worden.

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