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Douglas Preston / Lincoln Child
Formula
Tunnel des Grauens
(The Cabinet of Curiosities, 2002)

Droemer Knaur
2003
Übersetzt von Klaus Fröba
575 Seiten
€ 22,90 [D]


Von Alfred Ohswald am 25.05.2004

  Bei Bauarbeiten in New York werden in einem unterirdischen Kellergewölbe die Leichen von 36 Jugendlichen gefunden. Sie waren die auf grausame Art zu Tode gekommenen Opfer eines vor über 120 Jahren sein Unwesen treibenden Serienmörders, der Teile ihres Rückenmarks für seine obskuren wissenschaftlichen Experimente benutzte.
  Special Agent Pendergast, ein etwas seltsamer FBI-Agent, interessiert sich von Anfang an für den kuriosen Fall und bittet die junge Archäologin Nora Kelly um ihre Mithilfe. Der Bauherr ist daran interessiert, dass er jede Verzögerung seines Bauprojektes unterbindet und setzt dazu alle Hebel in Bewegung, darum sind Pendergast und Kelly unter gewaltigen Zeitdruck. Kelly ist dabei ihr Freund, der Journalist Bill Smithback, behilflich, der sie aber auch mit einem vorschnellen Zeitungsartikel in Schwierigkeiten bringt.
  Und dann geschehnen in New York plötzlich einige Morde nach dem gleichen Muster, die einem Nachahmungstäter zugeschrieben werden. Doch Pendergast ist nicht recht von dieser These überzeugt und glaubt, der Schlüssel liegt in der Aufklärung der historischen Mordserie. Beide Betrachtungsweisen sollten sich teilweise als richtig erweisen. Auch Kelly und Pendergast werden beinahe zu Opfern des Serienmörders, anscheinend sind sie dem Täter auf der Spur.
 
  In dem Thriller des Erfolgsautorengespanns begegnen die Leser wieder einigen alten Bekannten aus ihren früheren Romanen. Die Spannung baut sich langsam auf, um zunehmen an Dramatik zu gewinnen, nur das große Finale ist schon etwas zu sehr mit übertriebener Raffinesse auf bald 100 Seiten in die Länge gezogen. Die Autoren beherrschen alle Tricks zur Erzeugung und Steigerung der Spannung und haben mit Pendergast zumindest einen recht originellen Helden, die sonstigen Charaktere sind oft etwas zu klischeehaft. Bei manchen kauzigen Typen ist das ja nicht ohne gewissen Reiz, aber sonst bleibt es schlicht banal. Aber das ist ja bei Trillern nicht unbedingt die Ausnahme, nur wenige Autoren bieten bei ihren Protagonisten mehr an Komplexität.
  Schließlich steht bei diesem Genre die Spannung und die Ungeheuerlichkeit der Handlung im Mittelpunkt, und da braucht sich „Formula“ nicht zu verstecken. Das Autorenduo hat sich nicht unverdient einen Namen als Schöpfer hervorragender Thriller gemacht, langweilig wird es den Lesern bei der Lektüre kaum werden.

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