Hauptseite
Rezensionen
Autoren
Themen
Reportagen
Meldungen
Links
Kontakt
Newsletter
Wolfram Fleischhauer
Das Buch in dem die Welt verschwand

Droemer Knaur
2003
448 Seiten
€ 19,90 [D]


Von Alfred Ohswald am 21.05.2004

  Eines Abends wird der in der Nähe Nürnbergs tätige Arzt-Assistent Nicolai Röschlaub zu dem alten Graf Alldorf auf dessen abgelegenes Gut gerufen. Dort trifft er auf eine eigenartige Situation, der schon seit einiger Zeit kranke Graf hält sich schon seit zwei Tagen in der verschlossenen Bibliothek auf, die auf seine ausdrückliche Anweisung niemand ohne seine ausdrückliche Zustimmung betreten darf und gibt kein Lebenszeichen von sich. Die Bediensteten sind sich unklar, wie sie vorgehen sollen. Durch einen klugen Einfall gelingt es Röschlaub, sie von der Gefahr für den Grafen zu überzeugen und die Tür aufzubrechen. Sie finden den Graf tot in einem Sessel liegend vor. Er hat vermutlich seinem Leben selbst durch Gift ein Ende gesetzt.
  Ein Justizrat Giancarlo Di Tassi taucht mit seinen Mitarbeiter auf, um den Fall zu untersuchen und bittet Röschlaub um seine Mithilfe. Die Hauptverdächtigen sind drei nach dem Tod des Grafen verschwundene Bedienstete und Tassi lässt sie sofort in der Umgebung suchen. Tatsächlich wird einer von ihnen grausam ermordet in der Nähe aufgefunden. Eine verstörte Frau liegt daneben, kann aber wegen ihres Zustands nicht sprechen. Röschlaub nimmt sich der Frau an, die bald eine geradezu zwanghafte erotische Anziehung auf ihn auszuüben beginnt.
  Doch diese Frau hat ein Geheimnis und auch Tassi ist weit mehr als nur ein einfacher Justizrat. Röschlaub wird in eine weitreichende Verschwörung hineingezogen, in der die Politik zwischen Preußen und Österreich, jede Menge obskure Geheimbünde, verbrannte Postkutschen und Immanuel Kant und seine revolutionären Gedanken eine Rolle spielen und die bald sein Leben bedrohen werden.
 
  Wolfram Fleischhauer versteht es ganz hervorragend, die Verhältnisse in Deutschland Ende des 18. Jahrhunderts, am Vorabend der französischen Revolution mit einer spannenden, exakt durchkonstruierten Handlung zu einer fantastischen Geschichte zu verweben. Er verbindet den historischen Roman kongenial mit den bei religiösen Thrillern so beliebten Geheimbünden der Freimaurer, Rosenkreuzer oder Illuminaten, ohne richtig ins Phantastische abzugleiten, und lässt alles auf den zentralen Punkt, eine revolutionäre Idee, zusteuern. Es ist ein Roman über die Aufklärung, in das Gewand eines historischen Thrillers verpackt. Höchst spannend und intelligent gemacht, voller historischer Details aus dem Alltag und der großen Politik.

Das Copyright © liegt beim jeweiligen Autor der Kritik. Ohne seine ausdrückliche Zustimmung darf seine Rezension nicht verwendet werden.

Wenn Sie zu diesem Buch auch eine Kritik schreiben wollen, senden Sie diese bitte per eMail. Diese Mail geht an den Betreiber dieser Seite!
Mails an den Autor der Kritik sind nur möglich, wenn dessen Name ein Link ist. Mit dem Link gelangen Sie zum Portrait des Rezensenten, wo meist auch seine eMail-Adresse zu finden ist. Andernfalls ist keine Kontaktaufnahme erwünscht oder möglich.