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Andreas P. Pittler
Serbische Bohnen
Henry Drakes dritter Fall

Wieser Verlag
2003
184 Seiten
€ 9,90 [D]


Von Alfred Ohswald am 12.01.2004

  In Wien wird der jugoslawische Schriftsteller Mladen Slovac entführt. Er hatte sich sowohl im alten kommunistischen Jugoslawien, als auch bei den verschiedenen Bürgerkriegsparteien zahlreiche Feinde geschaffen und so fällt der Verdacht natürlich auf eine dieser Gruppierungen.
  Polizeichef Oberst Milus hat zur Zeit alle seine kompetenten Mitarbeiter im Einsatz, weshalb er sich an eine private Bekanntschaft erinnert. Die junge attraktive Andrina erklärt sich bereit, die Nachforschungen mit Hilfe ihres englischen Freundes, den Privatdetektiv Henry Drake, zu übernehmen. Sie beginnen, bei den Vertretern der verschiedenen Bürgerkriegsparteien in Wien zu ermitteln, haben aber wenig Erfolg. Erst Andrinas Nachforschungen wegen des bei der Entführung benutzten Autos bringen sie weiter aber auch in beträchtliche Gefahr.
 
  Ein recht flott geschriebener Krimi mit einer geradlinigen, sich nicht in unzähligen Nebengleisen verwirrenden Handlung.
  Nicht recht überzeugend sind die beiden Hauptcharaktere, die mit irgendwelchen Superschlitten ständig jenseits der 100 km/h durch die Stadt brausende Lesbe Andrina ist eine etwas übertriebene Heldin und Drake ist als Verlierertyp auch etwas zu überzeichnet, um als Privatdetektiv ernst genommen zu werden. Andere Charaktere in dem Roman sind allerdings wieder deutlich besser gelungen.
  Ein weiterer Kritikpunkt sind manche betont „lockeren“, schnoddrigen Dialoge, die vielleicht lebensnah sein mögen, die aber weder witzig sind und auch zum Verständnis der Charaktere wenig beitragen. Sie wirken eher pubertär, bei einer 40jährigen Hauptfigur ziemlich unpassend.
  Der Hintergrund mit den verschiedenen Parteien aus Ex-Jugoslawien ist solide, aber nicht sonderlich detailreich beschrieben. Über den allgemeinen Kenntnisstand hinaus, erfahren die Leser nichts besonders über die Thematik. Hier wäre deutlich mehr spannender Stoff „drin“ gewesen.

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