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Georg Markus
Das heitere Lexikon der Österreicher
Die besten Anekdoten von Altenberg bis Zilk

Amalthea
2003
447 Seiten
€ 24,90 [A]


Von Alfred Ohswald am 22.12.2003

  Über 800 Anekdoten zu gut 300 Persönlichkeiten aus Österreich, Großteils aus der Vergangenheit, sind in dem Buch angeführt. Hauptsächlich berühmt gewordene „Sager“. Die betreffenden Personen sind in alphabetischer Reihe geordnet, mit einer Kurzbiographie versehen und danach finden sich die jeweiligen kurzen Geschichten. Der Schwerpunkt liegt, nicht untypisch für Österreich, bei Persönlichkeiten aus dem Kulturbetrieb. Auswahl gibt es da reichlich, von Karl Kraus’ berühmt-berüchtigten Aussprüchen bis zu Helmut Qualtingers gefürchteten „Practical Jokes“.
  Bekannte, zeitgenössische Karikaturen der Persönlichkeiten bester Qualität charakterisieren sie meist deutlicher als die Kurzbiographien. Sie sind hier weit mehr, als bloß Platzfüllende Illustration.
 
  Ein paar Beispiele vermögen den Inhalt des Buches wohl am besten darzustellen:
 
 Otto von Habsburg:
  Bei seinem ersten Wien-Besuch nach fast drei Jahrzehnten hielt Habsburg im Konzerthaus einen Vortrag, zu dem überraschenderweise relativ wenige Zuhörer kamen. Der Veranstalter versuchte zu erklären: „Wissen Sie, kaiserliche Hoheit, wir haben heute ein Ländermatch in Wien.“
  „Wer spielt denn?“
  „Österreich-Ungarn.“
  Darauf Habsburg: „Gegen wen?“
 
 Josef Holaubek (Polizeipräsident):
  Auf dem Wiener Ballhausplatz fand 1970 eine gewaltige Bauerndemonstration statt. Als die Landwirte mittags in die nahe gelegenen Gasthäuser pilgerten, verstellten siebenhundert stehen gelassene Traktoren die Stadt, wodurch der Verkehr total zusammenzubrechen drohte. „Joschi“ Holaubek handelte in dieser Situation folgendermaßen: „I hab meine Leut in die Wirtshäuser geschickt und den Bauern sagen lassen: ‚Leutl’n, wann’s mehr als a Viertel trinkt’s, dann seid’s den Führerschein los.’“
  Womit die Demonstration beendet war.
 
 Bruno Kreisky:
  Während eines Gesprächs bei der Berliner Außenministerkonferenz 1954 debattierte Staatssekretär Bruno Kreisky mit dem sowjetischen Außenminister Molotow lange und ausführlich über die Schriften Lenins. Molotow zeigte sich verblüfft, wie gut Kreisky über den Sowjetgründer informiert war. „Warum sind Sie bei den Sozialdemokraten gelandet und nicht bei uns, wenn Sie so viel von Lenin gelesen haben?“
  „Eben deshalb“, konterte Kreisky.
 
 Julius Tandler (Arzt und Politiker):
  „Frau Kollegin“, fragte Professor Tandler eine Studentin bei der Anatomieprüfung, „welcher Teil des menschlichen Körpers weitet sich im Erregungszustand um das Achtfache aus?“
  Die Studentin bekam einen hochroten Kopf und stotterte herum: „Das ist äh, glaube ich …“
  „Falsch“, unterbrach Tandler. „Richtig wäre die Pupille des Auges.“ Dann nahm es die Studentin beiseite und sagte zu ihr: „Persönlich möchte ich Ihnen noch den Rat geben, nicht mit allzu großen Erwartungen in die Ehe zu gehen.“

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