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T. Coraghessan Boyle
Drop City
(Drop City, 2003)

Hanser
Übersetzt von Werner Richter
525 Seiten
€ 24,90 [D]


Von Alfred Ohswald am 12.09.2003

  Norm Sender, der Erbe eines Anwesens im warmen Californien, hat Ende der 60iger-Jahre darauf eine frei zugängliche Kommune gegründet. Dort leben eine Gruppe Hippys ihren Traum vom Leben von der Natur, freier Liebe, Musik und jeder Menge Drogen. Doch es läuft nicht immer ganz so friedlich ab, wie in ihren Vorstellungen. Es kommt zu Konflikten, Eifersüchteleien und sogar zu einer Vergewaltigung. Schließlich geraten sie durch die Behörden unter Druck, die die zahlreichen, provisorischen Hütten abreißen wollen.
  Norm erfährt, dass er auch in Alaska eine Hütte geerbt hat und so beschließen sie, gemeinsam dorthin reisen und in der Wildnis, weit weg von jeder Behörde, ihre Kommune neu anzusiedeln. Die Reise gelingt, trotz chaotischer Zustände, auch und am Anfang läuft aller recht gut. Doch es ist erst der Sommer in Alaska. Der lange Winter ohne Sonne steht noch bevor und die Streitereien sind nicht weniger geworden.
 
  T. C. Boyles neuer Roman ist nicht untypisch für ihn. Ein kritischer Blick, nicht ganz ohne Sympathie, für alternative Lebensweisen, bei denen er seine naiven Protagonisten von einer Katastrophe in die Nächste stolpern lässt. Sein aus den absurden Situationen entstehender, an John Irving erinnernder Humor macht sich auch hier bemerkbar, allerdings deutlich weniger, als z.B. in „Wassermusik“, „Grün ist die Hoffnung“ oder “Worlds End“.
  In Alaska konfrontiert er diese „Naturkinder“ mit harten Realität eines Lebens von der Natur und zeigt mit der Figur des Fallenstellers Sess Harder, wie es in der Realität aussieht. Die Kommune scheitert nicht komplett, schrumpft aber deutlich. Das Hippy-Pärchen Star und Marco freundet sich schließlich mit Sess und seiner Frau Pamela an, was für einen gewissermaßen versöhnlichen Abschluss sorgt.
  Sicher nicht Boyles stärkstes Buch, aber auch nicht misslungen.

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