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Frank Schätzing
Tod und Teufel

Goldmann
2003
509 Seiten
€ 8,90 [D]


Von Alfred Ohswald am 01.07.2003

  Im Köln des Jahres 1260 beherrscht ein Machtkampf zwischen dem Erzbischof Konrad und den alten Patrizierfamilien das Geschehen, bei dem Konrad gerade die Oberhand hat. Der gewaltige Dom wird gerade gebaut, als der Dombaumeister vom Gerüst zu Tode stürzt.
  Jacob, wegen seiner auffälligen roten Haare auch „der Fuchs“ genannt, ist dabei der einzige Zeuge als er gerade einen Apfelbaum in der Nähe plündert. Er sieht als Einziger, dass der Dombaumeister keinem Unfall zum Opfer fiel, sondern herunter gestoßen wurde. Der Attentäter bemerkt ihn und verfolgt ihn. Jeder, dem Jacob davon erzählt, stirbt bald darauf eines unnatürlichen Todes.
  Schon vorher hatte Jacob bei einer anderen Flucht Richmondis, die Tochter eines Färbers kennen gelernt. Bei ihr sucht er Hilfe und lernt dadurch ihren Onkel, den Dechant und Physikus Jaspar kennen. Gemeinsam versuchen sie hinter das Geheimnis dieses Attentats zu kommen und stoßen dabei auf eine Verschwörung, bei der ein weiteres, prominentes Opfer sterben soll. Und die ganze Zeit ist der mit fast übermenschlichen Fähigkeiten ausgestattete Killer hinter ihnen her.
 
  Dieser historische Krimi hat alle Zutaten, die in dem Genre üblich sind. Eine sympathische Hauptfigur aus den unteren Schichten, eine Intrige, einen schier übermächtigen Bösewicht, einen gelehrte Helfer des Helden und einen gut recherchierten historischen Hintergrund. Diese Zutaten sind gekonnt zu einer temporeichen und spannenden Geschichte zusammengefügt. Für „Action“ sorgen zahlreiche Verfolgungsjagden, die man schon fast als zentrales Element des Romans bezeichnen könnte. Oder zumindest als Wink mit dem Zaunpfahl für mögliche Verfilmung.
  Neben Jacob ist der gelehrte Jaspar die zweite Hauptfigur. Er dient dem Autor auch als Hilfsmittel, um dem Leser geschickt die historischen Zusammenhänge unterzujubeln ohne den Handlungsrahmen zu verlassen. Dieser Jaspar, anscheinend das Alter Ego des Autoren, vertritt aber auch ein sehr modern wirkendes Christentum, was nicht unbedingt besonders realistisch ist. Auch seine Kernaussage, nur dieser moderate Glauben sorge für Moral bei den Menschen und das Beispiel des Bösewichts als völlig religions- und moralfreien Intellektuellen ist einigermaßen fragwürdig. Ob moderne säkulare Gesellschaften unmoralischer sind, darf angesichts der europäischen Vergangenheit und der Gegenwart z.B. im Iran doch angezweifelt werden.
  Aber diese Ansichten werden keineswegs oft oder penetrant vorgetragen und stören das Lesevergnügen in keiner Weise.

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