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T. Coraghessan Boyle
Wenn der Fluß voll Whisky wär
(If the River was Whisky, 1989)

dtv
2002
Übersetzt von Werner Richter
255 Seiten
€ 8,80 [D]


Von Alfred Ohswald am 26.06.2003

  Vierzehn Erzählungen mit einem breiten Spektrum, sowohl was die Themen als auch den Stil betrifft. Manchmal eher ruhig, wie die Titelgeschichte „Wenn der Fluß voll Whisky wär“, manchmal absurd, wie „Bienenkönig“ über einen irren Adoptivsohn, manchmal voll schwarzen Humors, wie in „Der Teufel und Irv Cherniske“ oder auch etwas traurig, wie „Der Fliegenmensch“, einer Hommage an Kafkas „Der Hungerkünstler“. Aber meist mit einer kräftigen Prise Ironie erzählt.
  Boyle beherrscht die Kurzstrecke ebenso virtuos wie Romane, wo er ja schon oft sein Können unter Beweis gestellt hat. Neigt er in seinen Romanen schon zu extremen Situationen und Charakteren, treibt er es bei seinen Erzählungen oft noch ein Stück weiter auf die Spitze. Da kann auch schon mal der Teufel höchstpersönlich oder eine, etwas cholerische, heilige Jungfrau Maria auftreten. Aber selbst der Besuch einer Restaurantkritikerin bei einem ehrgeizigen Lokalbesitzer wird durch die Art des Erzählens zu einem einigermaßen turbulenten Ereignis.
  Boyles Erzählungen suggerieren dem Leser keine Weltanschauung. Aber sein überzeichnender Stil bewirkt in manchen Fällen fast zeichentrickartige Bösewichte, aber niemals glorreiche Helden. Sie schlagen sich meist mit wechselvollen Geschick und nicht besonders ausgeprägter Moral durch die über sie hereinbrechenden Ereignisse.
  Auf jeden Fall hat jeder wirklich etwas versäumt, der diesen Autor noch nicht kennt.

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