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T. Coraghessan Boyle
World’s End
(World’s End, 1987)

dtv
2003
Übersetzt von Werner Richter
616 Seiten
€ 10,- [D]


Von Alfred Ohswald am 23.06.2003

  Walter Van Brunt ist ein Unglücksrabe. An seinem 16. Geburtstag fährt er betrunken und bekifft mit seinem Motorrad gegen eine Gedenktafel und verliert ein Bein. Aber dieser Schock bringt ihn keineswegs zur Besinnung. Er heiratet zwar, betrügt aber bald seine Frau, arbeitet nichts und säuft und kifft weiter. Als Ergebnis verliert er bei einem erneuten Unfall auch sein zweites Bein.
  Walters richtiger Vater hat seine Familie verlassen, als Walter noch ein Kind war. Er hat alle seine Freunde an den mächtigen Depeyster Van Wart verraten und hat sich aus dem Staub gemacht. Walter will seinen Vater unbedingt finden und beginnt auch deshalb für Depeyster Van Wart zu arbeiten.
  Schon im 17. Jahrhundert kamen die Van Brunts und Van Warts aus Holland nach Amerika. Van Wart als Großgrundbesitzer und Van Brunt als einer seiner Pachtbauern. Und über die Jahrhunderte sollten Mitglieder der beiden Familien immer wieder in gegenseitige Konflikte verwickelt werden.
 
  Eine Familiensaga über zwei holländische Familien in Amerika. Die reichen, überheblichen Van Warts und die Van Brunts, die sich zwar immer wieder gegen ihre Unterdrückung auflehnen, aber ewig Verlierer bleiben. Auch die Indianer spielen über die ganze Zeit eine Rolle, auch wenn sie noch unglücklicher ist, als die der Van Brunts. Nur am Ende sollte es einen kleinen Triumph für den letzten der Kitchawanken geben.
  Boyle betreibt bei den Charakteren eine ziemliche Schwarz-Weiß-Malerei, was er dann bei der Nebenfigur eines zwergwüchsigen, geheimnisvollen Bösewichts als mythische Figur bewusst auf die Spitze treibt. Trotzdem oder gerade deshalb ist es einer seiner gelungensten Romane. In der Art John Irvings entsteht bei „World’s End“ durch eine Anhäufung absurder Situationen und Boyles Art zu schreiben eine Mischung aus schwarzen und skurrilen Humor.
  Nicht immer ganz leicht ist es, bei den zahlreichen Figuren in den verschiedenen, sich häufig abwechselnden Zeitabschnitten mit den immer gleichen Nachnamen am Ball zu bleiben. Da ist die kurze Aufstellung der handelnden Personen am Ende des Buches manches Mal recht hilfreich.
  Besonders hervorzuheben ist noch Werner Richters hervorragende Übersetzung.

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