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Tanja Kinkel
Die Söhne der Wölfin
(2001)

Goldmann
2002
511 Seiten
€ 10,- [D]


Von Alfred Ohswald am 23.05.2003

  Der König der etruskischen Stadt Alba hat seinen Thron von seinem Bruder errungen. Ihn hat er samt seinen Söhnen verbannt. Seine Tochter jedoch ist Priesterin der angesehensten Stadtgöttin. Als sie eines Tages schwanger vor die Hohepriesterin tritt und behauptet, der Vater wäre ein Gott, wird sie ebenfalls verbannt. Sie wird einem freigelassenen latinischen Söldner zur Frau gegeben, unter der Bedingung, dass sie mit ihm in sein Dorf zieht. Dort bringt sie die Zwillinge Romulus und Remus zur Welt und verlässt sie und ihren Mann bald darauf.
  Zuerst reist sie nach Griechenland um dort das Orakel von Delphi aufzusuchen. Dort bietet sie den Priestern einen Handel an, bei dem sie sich verpflichtet nach Theben in Ägypten zu reisen. Ein unterwegs kennengelernter Barde, dem sie das Leben gerettet hat, begleitet sie. Ohne Mittel ist sie gezwungen, sich für zwei Jahre als Sklavin zu verkaufen, um die Weiterreise aus der ägyptischen Hafenstadt Sais nach Theben zu ermöglichen. Schließlich gelingt ihre Mission und die einflussreichen Priester des Orakels beginnen Gerüchte in Italien zu verbreiten, die die Eroberung des Throns von Alba für ihre Söhne vorbereiten sollen.
 
  Dieser historische Roman der bekannten deutschen Autorin ist im 7. vorchristlichen Jahrhundert angesiedelt und dreht sich um den Gründungsmythos des antiken Rom. Aber nicht die beiden berühmten Zwillinge sind die Hauptfiguren, sondern ihre, von eisernen Willen und Rachedurst beseelte Mutter Ilian. Eine Reise nutzt die Autorin, um auch über das zu dieser Zeit von Nubiern und Assyrern heftig umkämpfte Ägypten zu schreiben.
  Obwohl Götter und Vorzeichen eine große Rolle in dem Mythos spielen, überschreitet Tanja Kinkel nie die Grenze zur Realität. Manches Mal lässt sie die Deutung für den Leser offen, aber immer bleibt auch eine natürliche Erklärung.
  Es gelingt ihr auch so, eine fantastische und spannungsgeladene Geschichte zu erzählen. Und dazu sind ihr die Zeichnungen ihrer Charaktere sehr gut gelungen. Die unerbittliche Hauptfigur Ilian, die zwei gegensätzlichen Zwillinge und der Barde Ulsna, der trotz einer körperlichen Beeinträchtigung, die Rolle des durchschnittlichen Typen einnimmt.

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