Hauptseite
Rezensionen
Autoren
Themen
Reportagen
Meldungen
Links
Kontakt
Newsletter
Philip Pullman
Der goldene Kompass
(His Dark Materials 1: Northern Lights, 1995)

Heyne
2002
Übersetzt von Wolfram Ströle und Andrea Kann
410 Seiten
€ 8,95 [D]


Von Alfred Ohswald am 23.10.2002

  Eine Welt, die unserer sehr ähnlich ist und doch auch wieder völlig anders. Jeder Mensch hat einen Daemon, einen untrennbar mit ihm verbundenen Begleiter in Tiergestalt. Bei Kindern kann er noch verschiedene Formen annehmen aber sobald sie erwachsen sind, verliert er diese Fähigkeit zur Verwandlung. Eine Trennung ist nur gewaltsam möglich und hat den Tod Beider oder zumindest eine schwere geistige Schädigung zur Folge.
  Die junge Lyra wächst in Oxford als Ziehkind auf, ihre Eltern starben einst angeblich bei einem Unglück. Eines Tages taucht ihr berühmter Onkel Asriel auf und berichtet den versammelten Wissenschaftlern von einer Entdeckung, die er bei einer Forschungsreise weit in den eisigen Norden machte. Seltsame Partikel, „Staub“ genannt, strahlen vom Weltall aus auf jeden Menschen herunter. Nur Kinder ziehen diesen „Staub“ nicht an. Und hinter der Aurora, dem Nordlicht, hat ihr Onkel eine verschwommene Stadt mit einer besonderen Technik fotografieren können. Es ist eine Parallelwelt, von der auch der „Staub“ zu stammen scheint.
  Ihr Onkel reist wieder ab und bald darauf erscheint eine faszinierende Frau namens Mrs. Coulter. Sie soll sich in Zukunft der Ausbildung von Lyra annehmen. Zusammen reisen sie nach London und Lyra ist vorerst überglücklich über ihre schöne und intelligente Lehrerin. Seit längerer Zeit verschwinden immer öfter Kinder. Die Entführer werden Gobbler genannt und werden von ihnen angeblich in den Norden gebracht. Lyra findet heraus, dass Mrs. Coulter die Verantwortliche hinter dieser geheimen Organisation ist. Sie flieht, fest entschlossen, die entführten Kinder zu befreien und ihren ebenfalls im Norden verschollenen Onkel zu finden.
 
  Gerne wird Philip Pullman mit J. K. Rowling und ihrem Harry Potter verglichen. Aber seine fantastischen Welten sind deutlich origineller und mit weniger Klischees gefüllt. Auch wirken sie komplexer und „erwachsener“, obwohl sie sicher auch für ein ähnliches Publikum geeignet sind. Kai Meyers Trilogie „Die fließende Königen“ bietet sich schon eher als Vergleich an. Der bei Fantasy immer und überall auftauchende Vergleich mit J.R.R. Tolkien liegt aber ziemlich daneben.
  Eisbärenartige Söldner und Hexen existieren neben Zeppelinen, Maschinengewehren und obskuren Apparaturen. Das beginnende Industriezeitalter und eine Fantasywelt sind geschickt zu einer bunten Mischung aus Vertrautem und Fremdartigen zusammengemixt.
  Die Idee mit den sprechenden Tieren als Begleiter, den „Daemonen“, ist originell und auch glänzend umgesetzt. Die Handlung bietet auch einige Überraschungen und hält die Spannung aufrecht. Das Ende kommt zwar nicht abrupt, macht aber sehr viel Appetit auf die Fortsetzung dieses 1. Teils der Trilogie.

Das Copyright © liegt beim jeweiligen Autor der Kritik. Ohne seine ausdrückliche Zustimmung darf seine Rezension nicht verwendet werden.

Wenn Sie zu diesem Buch auch eine Kritik schreiben wollen, senden Sie diese bitte per eMail. Diese Mail geht an den Betreiber dieser Seite!
Mails an den Autor der Kritik sind nur möglich, wenn dessen Name ein Link ist. Mit dem Link gelangen Sie zum Portrait des Rezensenten, wo meist auch seine eMail-Adresse zu finden ist. Andernfalls ist keine Kontaktaufnahme erwünscht oder möglich.