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B. Traven
Die weiße Rose
(1929)

Diogenes
2000
234 Seiten
€ 8,90 [D]


Von Alfred Ohswald am 20.10.2002

  Die Condor Oil Company gehört zwar nicht zu den ganz großen amerikanischen Erdölgesellschaften, die in Mexiko aktiv sind, sie gehört aber zu den Aktivsten. Um ihren Wert zu steigern, kauft sie jedes Land, auf dem möglicherweise Öl gefunden werden könnte.
  Die Hazienda „Rosa Blanca“ ist ein solches Hoffungsland und die Condor Oil Company will sie kaufen. Sie gehört dem Indianer Jacinto und es leben auch sonst nur Familien seines Stammes dort. Die Hazienda wird von ihnen als ihre angestammte Heimat gesehen und darum ist Jacinto um keinen Preis bereit, sie zu verkaufen.
  Mr. Collins ist der Präsident der Condor Oil Company und hat sich trickreich von ganz unten zu dieser Position hochgearbeitet. Sein aufwendiger Lebensstil fordert immer höhere Summen, die er voller Energie und rücksichtslos auftreibt. Selbst rechtlich einwandfreie Besitzverhältnisse können ihn nicht davon abhalten, dem widerspenstigen Jacinto seine Hazienda anzuknöpfen.
 
  Die Geschichte um den Widerstand der genügsam aber zufrieden auf ihrem Land lebenden Indianer ist nur ein Teil dieses Romans. Den größten teil nimmt die Schilderung der Lebensumstände die Tricks des erfolgreichen Geschäftsmannes Mr. Collins und die Funktionsweise des kapitalistischen Wirtschaftssystems ein. Beides ist auch heute noch in geradezu erschreckender Weise gültig. Mr. Collins wird nicht als Bösewicht beschrieben, Traven zeigt fast Verständnis für die eigenartigen Zwänge eines Lebens an der Spitze der Gesellschaft. Seine Handlungen sind aus seiner Sicht logisch und keineswegs unmoralisch. Gerade diese Ausgewogenheit bei der Beschreibung der Protagonisten lässt seine Beschreibung um so realistischer wirken.
  Travens Sprache ist geradlinig und ohne Schnörkel. Sowohl im Stil als auch bei den Ausdrücken stark an die Umgangssprache angelehnt. Er nennt die Dinge ohne große Umstände beim Namen, ohne dabei ausfallend zu werden.

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