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Gertrud Fussenegger
Ich bin Ophelia
& Ein Leben mit Bildern

Hörverlag
2001
€ 15,50 [D]


Von Alfred Ohswald am 14.03.2002

  Anlässlich des 90. Geburtstages der vielseitigen österreichischen Schriftstellerin Gertrud Fussenegger am 8. Mai 2002 bringt der Hörverlag eine CD mit 2 von ihr selbst gelesenen Texten heraus.
 
  In „Ich bin Ophelia“ beschreibt sie die Ereignisse in Shakespeare „Hamlet“ aus der Sicht dieser unglücklichen Nebenfigur. Bei ihr ist Hamlet nicht nur eine tragische Figur, sondern in seiner jugendlichen Rebellion auch noch ein besserwisserischer Dickschädel. Ein wenig erinnert er an ehemals dogmatische Revoluzzer, die, einmal in der Regierung, scheinbar alle ihre Ideale eingebüßt zu haben scheinen. Fussenegger nutzt bei dieser Erzählung den Kunstgriff einer alten, schon ein wenig verwirrten Schauspielerin in einem Altersheim als Erzählerin. Damit schafft sie sich die Möglichkeit, auch etwas zu Shakespeare zu sagen.
  In „Ein Leben mit Bildern“ schreibt sie über Erlebnisse mit und Gedanken zu bestimmten Gemälden. Ein Madonnenbild Botticellis in ihrer Kindheit oder der Kontrast zwischen der schreckenerregend Kunst der südamerikanischen Ureinwohner und der fromen Kunst der grausamen Eroberer sind zwei Beispiele aus ihrem Leben, bei denen sie ihre Gedanken zu Papier gebracht hat.
 
  Gertrud Fussenegger ist eine bemerkenswerte Vorleserin. Ihrer Stimme merkt man natürlich schon das Alter an, was sich aber stimmungsmäßig vorteilhaft auswirkt. Die Weisheit des Alters in ihren Texten findet so ihre passende Ausdrucksweise. Beide Texte sind auch ausgesprochen gut für eine Lesung geeignet. Vor allem in dem von einer fiktiven Schauspielerin erzählten „Ich bin Ophelia“ kann Fussenegger ihr ganzes Können beim Vortragen ausspielen.
 
 Ca. 69 Min (1 CD)

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