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Ernest Hemingway
Wem die Stunde schlägt
(For Whom the Bell Tolls, 1940)

Fischer Taschenbuch
2000
DM 19,90


Von Alfred Ohswald am 23.08.2001

  Der Amerikaner Robert Jordan kämpft als Sprengexperte im Spanischen Bürgerkrieg auf der Seite der Republik gegen die Faschisten. Oft erledigt er Aufträge hinter den feindlichen Linien, bei denen er auf die Unterstützung der dort operierenden Partisanen angewiesen ist.
  Dieses Mal soll er eine Brücke sprengen. Ein alter Mann bringt ihn zu einer Partisanengruppe in den dortigen Bergen. Doch ihr Führer Pablo steht sowohl ihm, als auch seinem Auftrag ablehnend gegenüber. Auch die anderen Gruppenmitglieder stehen nicht immer auf seiner Seite und so sieht er sich einer nicht ungefährlichen Situation gegenüber. Hier in den Bergen, abseits jeder Ordnung und unter ständiger Bedrohung gilt ein Menschleben oft nicht viel. Und Pablo ist ein gefährlicher Mann, der bereits zahlreiche Menschen auf dem Gewissen hat.
  Die wichtigste Unterstützung erhält Jordan von Pablos Gefährtin Pilar, einer selbstbewussten, resolute Zigeunerin, die dann selbst die Führung der Gruppe in die Hand nimmt. Sie unterstützt auch seine Liebe zu Maria, einem jungen Mädchen, dass es zufällig zu dieser Partisanengruppe verschlagen hat.
  Nachdem eine Nachbargruppe von den Faschisten aufgerieben wurde, haben sie zuwenig Männer, um die Brückensprengung mit halbwegs guten Erfolgsaussichten durchzuführen. Doch Jordan hat seine Befehle...
 
  Hemingways berühmter Roman über der spanischen Bürgerkrieg zeigt, oft in Nebenhandlungen und Rückblenden das Mörderische dieser Auseinandersetzung. Dabei verschweigt er auch nicht die oft unmenschliche Vorgehensweise der republikanischen Seite.
  Bei den verschiedenen Mitgliedern der Partisanengruppe zeigt er für Spanien typische Charaktere mit allen ihren sympathischen Seiten, spart aber keineswegs ihre Schattenseiten aus, die besonders in der Extremsituation eines Bürgerkrieges besonders deutlich zum Vorschein kommen. Hier gibt es keine simplen Helden oder Bösewichte, gutmütige Gastfreundschaft und hemmungslose Grausamkeit liegen manchmal nicht so weit voneinander entfernt. Jordans Geliebte Maria bleibt aber ein sehr farbloser Charakter. Überhaupt gehören die eingeflochtenen Liebesszene nicht zu den Glanzlichtern Hemingways.
  Hemingway konzentriert sich auf menschliche Schicksale und weniger die politischen Hintergründe dieses Krieges. Der Roman hat viele starke Szenen, vor allem die Rückblende zum Wüten Pablos in seinem eigenen Dorf und einige der Szenen, wo es um die Spannungen in der Partisanengruppe geht. Die Liebesszenen sind fast durchwegs eher schwach und einige der Selbstreflektionen der Hauptfigur gehören auch dazu. Trotz allem bleibt es eines der beeindruckensten Büchern über den Krieg.

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