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Interview mit Peter Wehle

   Der 1967 in Wien als Sohn des gleichnamigen Kabarettisten, Komponisten und Autors geborene Peter Wehle studierte Musikwissenschaften und Psychologie. Schon früh war er als Musiker auf zahlreichen Bühnen, im Radio und im Fernsehen zu hören.
Nach mehreren musikwissenschaftlichen Veröffentlichungen präsentiert er jetzt mit „Kommt Zeit, kommt Mord“ seinen ersten Krimi.


  Warum entschieden Sie sich bei Ihrem Debüt für das Krimi-Genre?

  Debüt? Na ja, ich stehe seit 20 Jahren mit meinen „Theaterstücken für 1 Klavier und 1 Spieler“ auf der Bühne. Und mit meinen Komponisten-Biografien habe ich als Autor ja auch schon „mehrfach debütiert“.
  Zum Krimi-Genre bin ich hauptsächlich deshalb gekommen, weil für einen promovierten Psychologen das Böse an sich bzw. verschiedene moralische Bewertungssysteme eine ganz besondere Faszination darstellen. Und dann hat sich noch dazu erfreulicherweise die Zusammenarbeit mit dem Haymon Verlag ergeben.

  Bei Ihrem beruflichen Vorleben wäre doch ein Krimi, der im Musiker-Milieu spielt, naheliegend gewesen?

  Das Musiker-Milieu ist zwar durchaus von Aggressionen geprägt, aber es sind meist lineare Bösartigkeiten, bei denen es um Neid oder Narzissmus geht. Da mich aber Geschichten mit mehreren „Umwegen“ und komplizierteren Motiven bzw. Verbrechen interessieren, werden die meisten meiner Krimis in anderen Milieus spielen. Was aber nicht heißt, dass nicht vielleicht bei einem späteren Hofrat-Halb-Fall auch Musiker und Musikerinnen Opfer und/oder Täter sein können.

  Wie sehen Ihre musikalischen und literarischen Vorlieben aus?

  Ich lese nach wie vor relativ viel Fachliteratur in „meinen“ Fächern Musikwissenschaft und Psychologie. Zum „privaten Lesen“ komme ich leider eher wenig. Wenn, verschlinge ich natürlich – keine große Überraschung – Krimis. Abgesehen davon genieße ich immer wieder Kästner, Twain und viele meiner Kinderbücher. Preußler, Nöstlinger und Haushofer – die sind bei mir eine klassische „Nachtkastel-Lektüre“.
  Zur Musik ... vor allem BMS – Bach, Mozart, Schubert. Und Jazz – vor allem die ursprünglichen Formen. Außerdem Filmmusik – die fasziniert mich auch immer wieder.

  Hat Ihr Interesse für die Bedeutung von Namen mit dem Interesse Ihres Vaters für die Bedeutung von Ortsnamen zu tun?

  Jein – nicht nur mein Vater, auch meine Mutter hatte im Laufe ihres Studiums intensiv mit Germanistik zu tun, sodass mir das Interesse an Wortwurzeln von beiden Eltern her vielleicht vererbt, auf jeden Fall aber von klein auf vorgelebt wurde.

  Teilen Sie die eigentlich wenig wienerische Vorliebe Ihres Helden Ludwig Halb für Tee anstelle von Kaffee?

  Ja! Ich trinke nur im klassischen Wiener Kaffeehaus eine Melange und ab und zu einen Espresso. Zum Frühstück wie auch untertags bin ich Teetrinker.

  Sind weitere Krimis geplant und wird wieder Hofrat Halb die Hauptfigur sein?

  Sowohl als auch – im Herbst erscheint der nächste „Erstling“. Mit „Teufelskoller“ betritt dann ein ganz anderer Held – Wotan Perkowitz – die Krimi-Bühne. Derzeit arbeite ich außerdem am „dritten Erstling“ – das wird eine etwas mystische Geschichte, bei der geheime Symbolik eine wesentliche Rolle spielt. Und dann ... werden wir sehen. Vermutlich wird Hofrat Halb seinen zweiten Fall – einen seltsamen Mord, den doch tatsächlich die Figuren in einem der großen Gemälde des Kunsthistorischen Museums in Wien verübt haben dürften – lösen.

  Herzlichen Dank! Und weiterhin viel Erfolg!

Von Alfred Ohswald am 13. 1. 2014