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Interview mit Beate Maxian


  Beate Maxian wurde am 22. 8. 1967 in München geboren und verbrachte dort, und im arabischen Raum ihre frühe Kindheit. Mit sechs Jahren kam sich nach Österreich, genauer Vöcklabruck, später Wien. Sie lebt heute in Oberösterreich und Wien. Seit 1990 arbeitet sie bei verschiedenen österreichischen Medien, darunter auch beim ORF.

  Neben zahlreichen Krimi-Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien, bei der sie einmal auch Herausgeberin war, schrieb sie die beiden Foto-Lesebücher „Über Mondsee, Attersee, Vöckla und Hausruck“ und „Über Kohle und Leben im Hausruck“, das Kinderbuch „2010 und noch mehr Nächte“ und die Krimis „Tote lächeln“, Tote morden nicht“, Tödliche SMS“, „Tod mit Seeblick“, „Tod dem Knecht“, „Tödliches Rendezvous“, „Die Tote vom Naschmarkt“, „Tod hinter dem Stephansdom“, „Der Tote vom Zentralfriedhof“, „Tod in der Hofburg“ und aktuell „Mord in Schönbrunn“.

 

  Zuerst die wahrscheinlich am häufigsten an Sie gestellte Frage: Wie kamen Sie zur Schriftstellerei?

  Es war schon als Kind mein Traum, Schriftstellerin zu werden. Als ich später als Produktions- und Regieassistentin bei diversen Filmproduktionen gearbeitet habe, galt auch da meine Liebe dem Buch, in dem Fall halt dem Drehbuch. Geschrieben habe ich schon immer gerne und irgendwann hat es geklappt und ein Verlag hat sich für meine Arbeit interessiert. Heute bin ich glücklich, diesen Beruf tatsächlich ausüben zu können.

  Und warum Krimis?

  Ich mag diese Literaturgattung ganz einfach Das Tempo, die Spannung. Ich kann sozialkritische Themen aufgreifen und in einen spannenden Plot verweben.
  Ich selbst lese leidenschaftlich gerne, unterscheide bei der Auswahl weder zwischen E-und U-Literatur, noch, zu welchem Genre ich gerade greife. Wichtig ist, dass mich eine Geschichte gefangen hält und auf eine Art Reise mitnimmt. Diesen Anspruch stelle ich an mich selbst.
  Ich schreibe aber auch anderes. Im Herbst 2017/Frühjahr 2018 wird unter meinem Pseudonym Marlene Lucas mein erster Familienroman bei Heyne erscheinen.
  Für mich persönlich stellt sich nicht die Frage welches Genre der Roman an dem ich schreibe, bedient. Für mich stellt sich nur die Frage: Biete ich meinen LeserInnen eine spannende und lesenswerte Geschichte? Wenn ich diese Frage mit ja beantworten kann, beginne ich zu schreiben.

  Warum entschlossen Sie sich, eine Journalistin anstatt einer Detektiven, Kriminalbeamtin oder in der Art als Heldin zu wählen. Ein Berufsstand, der in Krimis ja sonst meist recht negativ gezeichnet wird. Spielen da persönliche Berufserfahrung eine Rolle?

  Meine Berufserfahrung als Journalistin war sicher ausschlaggebend dafür, dass eine Journalistin Hauptfigur in meiner Sarah Pauli Reihe ist. Ich weiß, wie Recherchearbeit funktioniert. Zudem wollte ich einen anderen Blickwinkel, als jenen der Kriminalbeamten. Mir geht es nämlich mehr um die Hintergründe eines Verbrechens, als um die Aufklärung. Klar muss der Mord am Ende logisch aufgeklärt werden. Ich will aber auch zeigen, warum jemand ein Verbrechen begeht.

  Teilen Sie mit Ihrer Heldin das Interesse für Esoterik?

  Ich würde Sarahs Interesse nicht mit dem heutigen Verständnis von Esoterik vergleichen und auch nicht so benennen. Die Symbolik gab es bereits in der Antike und war Teil des Lebens, wie die Magie. Um im Zuge der Christianisierung Heidnische Kulte zu verdrängen, erfand man sozusagen das Wort Aberglaube (gegen den Glauben, Irrglaube). Dennoch sind noch heute viele „heidnische“ Riten in unserer Gesellschaft und auch in der Kirche verankert. Wir klopfen auf Holz, wir feiern Erntedank (das taten schon die Griechen und Römer), bei Hochzeiten dürfen Brautjungfern nicht fehlen (auch die gab es schon bei den Römern) und vieles mehr. Der Hintergrund, die Entstehung und die Historie des Aberglaubens, der Zeichen und Symbolik interessiert Sarah Pauli und ja, dieses Interesse teilen wir.

  Spielten Sie irgendwann mit dem Gedanken, Ihren früheren Aufenthalt im arabischen Raum für einen zumindest teilweise dort spielenden Krimi zu nutzen? Der Hintergrund sollte doch aktuell auf relativ großes Interesse stoßen?

  Das werde ich nicht. Ich habe als Kind lediglich drei Jahre lang im arabischen Raum gelebt. Um dort einen Krimi anzusiedeln, sollte man die arabische Kultur besser verstehen.

  Welche Aufgabe fällt Ihnen als Herausgeberin bei Anthologien zu?

  Ich habe bisher nur eine Anthologie herausgegeben: „Tatort Salzkammergut“, werde voraussichtlich auch keine mehr herausgeben, weil das mit viel Arbeit verbunden ist. Denn es gilt gemeinsam mit dem Verlag die Autoren/Autorinnen für die Anthologie auszuwählen und das Vorlektorat durchzuführen, bevor die Lektorin/der Lektor des Verlages übernimmt. Das bedeutete, jede Geschichte mit dem jeweiligen Autor oft mehrfach durchzuarbeiten. Da ich inzwischen zwei Romane im Jahr schreibe, fehlt mir dafür einfach die Zeit.

  Herzlichen Dank für Ihre Zeit und viel Erfolg bei Ihren weiteren Vorhaben!

Von Alfred Ohswald am 25. 9. 2016