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Alfred Komarek


Alfred Komarek

  Alfred Komarek wurde 1945 in Bad Aussee geboren. Während seines Jusstudiums begann er mit dem Schreiben und wurde dann Mitarbeiter des neu geründeten Österreichischen Radioprogramms Ö3, dass sich vorrangig an junge Hörer wandte. Dort war er bei literarisch gefärbte Sendungen wie "Melodie Exklusiv" oder "Texte" mit Ernst Grissemann in mehr oder weniger führender Stelle verantwortlich. Später machte er sich mit Arbeiten für die TV-Reihe Universum mit Beiträgen wie "Wasserwege", und "Der Stephansdomn im Stein" und Beiträgen in Zeitschriften und Zeitungen wie Geo, Globo, Merian, Lebe, Die Presse, Kurier, Standard als Autor zum Thema Natur einen Namen. Zahlreiche Bücher folgten, oft Sach- und Reisebücher rund um Österreich zusammen mit bekannten Fotografen.
  Mit den beiden Krimis rund um den Gendarmen Polt versuchte er sich sehr erfolgreich in diesem Genre und gewann die einen oder anderen Auszeichnung. Das Hauptmerkmal dieser Krimis ist die Stimmungsvolle Beschreibung des Weinviertels und seiner Menschen. Eine sehr gute Verfilmung für das Fernsehsehen mit Erwin Steinhauer wurde zu Ostern 2001 erstmalig im ORF ausgestrahlt.

 

Interview mit Alfred Komarek (per e-Mail)

  Sie waren ja schon in den verschiedensten Medien als Journalist tätig und auch erfolgreich, haben schon einige Sachbücher veröffentlicht. Gab es einen bestimmten Anlass für Sie, auch Romane zu schreiben? Oder war es ein spontaner Entschluss, und sie hatten ganz einfach Lust dazu?

  Erst einmal hat meine stets vorhandene Freude an Veränderung damit zu tun. Andererseits passen die Polt-Krimis ganz gut zu meinen literarischen Reisebegleitern. Auch sie machen Leser mit einem Lebensraum und seinen Menschen vertraut. Trotzdem war der Sprung ins Romanfach (wenn auch nur Krimi) einigermaßen gewagt.

  Ihre Liebe zum Weinviertel ist ja in ihren Polt-Krimis unübersehbar. Krimis bieten ja traditionell viel Raum für die Darstellung verschiedener Charaktere. Haben sie darum dieses Genre entschieden und stand dieses Genre von Anfang an fest?

  Auf die Idee Krimis zu schreiben hat mich Eva Kellner gebracht, eine Grafikerin, mit der ich seit vielen Jahren zusammenarbeite. Das Weinviertel bot sich ab, weil es mit den Dörfern und ihren tiefgründigen Spiegelbildern, den Kellergassen, interessante Strukturen vorgibt, weil es mich gereizt hat, ein Krimi in einer oberflächlich ereignisarmen Gegend anzusiedeln, und weil mein schon geschriebenes Sachbuch (Weinviertel-Tauchgänge im grünen Meer) einige Recherche vorausgenommen hat.

  Gibt es Autoren, die sie mehr oder weniger stark stilistisch oder auch sonstwie beeinflusst haben? Auf den Polt bezogen nein.

  Natürlich gab und gibt es Autoren, die ich besonders schätze und von denen ich lerne. Aber es bringt nichts, irgendwelchen, ohnedies unerreichten Vorbildern hinterher zu schreiben. Ich will einfach meine Sache mit eigenen Mitteln und Kräften so gut wie möglich machen. Das muß genügen.

  Film und Romanvorlage unterscheiden sich fast zwangsläufig. Bei den Polt-Krimis wirken die Filme düsterer und trister als die Romanvorlage. Fast fühlt man sich an manche Filme Sam Peckinpahs oder einige Italowestern erinnert. Lag das in Ihrer Absicht oder ergab sich das automatisch aus dem Hintergrund am nun mal in den Romanen vorgegebenen Tempo der Geschichte?

  Sie sagen es: der Film erzählt anders. Einerseits ist er viel schneller (wenn es zum Beispiel darum geht, ein Landschaft vorzustellen), andererseits viel langsamer beim Aufbau von Stimmung und Atmosphäre. Mit Worten kann ich sehr leicht eine Grundstimmung vorübergehend verändern, im Film würde das irritieren, noch dazu, wo es im ersten Polt um eine immer stärker spürbare Bedrohung geht, die auch im Wechsel vom freundlichen Oktober in einen tristen November sichtbar wird. Das wird bei "Blumen für Polt" wird ein wenig anders. Der Frühling bestimmt die Grundstimmung, und sie kippt erst gegen Ende.

  Natürlich darf als Abschluss eine Frage nicht fehlen: Sind weitere Romane mit Polt geplant, oder steht diese Entscheidung noch aus?

  Das Fernsehen denkt an vier Bücher, die mit vier Jahreszeit ein Jahr im Weinland abrunden. Der Gedanke gefällt mir gut. Nach dem vierten Polt naht allerdings das Ende.

  Herzlichen Dank für das Interview! Und weiterhin viel Erfolg!

Von Alfred Ohswald

 

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