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Interview mit Roman Klementovic


© Florian Wieser

   Der 1982 in Wien geborene Roman Klementovic studierte internationale Entwicklung und arbeitete viele Jahre im Marketing. Er reist gerne und besucht gerne Konzerte und Fußballspiele seiner Mannschaft Rapid Wien, aber auch Spiele der deutschen Bundesliga. Er spielt Gitarre und Bass und schreibt natürlich gerne. Sein erster veröffentlichter Roman ist ein Krimi mit dem Titel „Verspielt“.

  Warum entschieden Sie sich für das Genre Krimi?

  Ich liebe den Nervenkitzel, wenn man sich durch Hunderte Seiten kämpfen muss, um zu erfahren, wer der Täter ist und warum er einen Mord oder was auch immer begangen hat. Wenn man vom Autor dann auch noch auf falsche Fährten geführt wird und man denkt, dass man besonders schlau ist und den Täter entlarvt hat, nur um später zu erfahren, dass man in die Irre geführt wurde, dann ist das ein Thriller ganz nach meinem Geschmack. Ganz wichtig sind auch noch Charaktere, von denen man bis zum Schluss nicht weiß, ob sie gut oder böse sind.

  Gibt es literarische Vorbilder oder Lieblingsautoren?

  Ja, ganz klar Gillian Flynn. Ihre Thriller sind geheimnisvoll, düster und beklemmend, ihre Erzählweise ist großartig. Ich kann ihren nächsten Roman kaum erwarten. Sollte ich noch ein paar weitere Autoren aufzählen, dann fielen mir sofort Harlan Coben, Simon Beckett und Joy Fielding ein.

  „Verspielt“ gleicht eher einem amerikanischen Thriller als dem typisch österreichischen Krimi. War das Absicht?

  Nein, das war keine Absicht, ist aber naheliegend, da ich sehr viele amerikanische und britische Thriller lese. Ich habe mir im Vorfeld keine großen Gedanken darüber gemacht, in welchem Stil ich „Verspielt“ anlegen möchte – nur so konnte ich unbeschwert ans Werk gehen.
  Ich denke, dass „Immerstill“, mein zweiter Thriller, der im Februar 2016 im Gmeiner-Verlag erscheinen wird, obwohl er im Marchfeld spielt, noch viel mehr an einen amerikanischen Thriller erinnern wird.

  War das Finden eines Verlages schwierig?

  Als ich vor gut drei Jahren mein erstes Manuskript fertig hatte, schickte ich es einfach an diverse Verlage in der Hoffnung, dass sie sich darum streiten würden. Ich bekam auch tatsächlich nur eine einzige Absage – die anderen meldeten sich erst gar nicht. Da merkte ich, dass ich anscheinend noch hart zu arbeiten hatte – also tat ich das und schrieb zwei weitere Manuskripte nur zur Übung. Erst mit meiner vierten Geschichte „Verspielt“ habe ich wieder versucht, einen Verlag zu finden. Ein Freund, Gerhard Loibeslberger, hat mir den Kontakt zum Gmeiner-Verlag hergestellt. Ich habe ihnen eine Leseprobe und ein Exposé geschickt und sie waren begeistert.

  Hätte sich für einen Fußballfan nicht angeboten, diesen Sport in einen Krimi einzubauen?

  Ich möchte einen Sport-Bezug in künftigen Büchern nicht ausschließen, ich verbinde mit Fußball und Stadion-Besuchen aber gute Laune. Beim Schreiben bevorzuge ich eine eher melancholische und düstere Stimmung.

  Kennen Sie den österreichischen Autor Andreas Gruber und dessen Roman „Todesfrist“, dessen Plot dem in „Verspielt“ ein wenig ändert?

  Ja, ich kenne Andreas Gruber und ich schätze ihn sehr – sowohl menschlich (er hat mir schon öfters mit Rat und Tat zur Seite gestanden), als auch schriftstellerisch. Ich habe alle seine Thriller gelesen, auch „Todesfrist“. Die Ähnlichkeit zu „Verspielt“ ist meiner Meinung nach sehr gering, aber es ehrt mich, mit Andreas Gruber verglichen zu werden – ich finde seine Bücher großartig.

  Herzlichen Dank und viel Erfolg für künftige Projekte!


Von Alfred Ohswald am 4. 8. 2015